Sebastian Castellio: De haereticis non puniendis - Ketzer dürfen nicht bestraft werden, Gebunden
De haereticis non puniendis - Ketzer dürfen nicht bestraft werden
- Rekonstruktion des lateinischen Originaltextes mit deutscher Übersetzung
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- Herausgeber:
- Uwe Plath
- Verlag:
- Schwabe Verlag Basel, 07/2026
- Einband:
- Gebunden
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783796555305
- Artikelnummer:
- 12755042
- Umfang:
- 500 Seiten
- Erscheinungstermin:
- 13.7.2026
Klappentext
Castellios Antwort auf Theodor Beza ist die letzte Toleranzschrift des Basler Humanisten, die im Zusammenhang mit dem 'Fall Servet' entstanden ist. Sie wurde 1938 in Rotterdam entdeckt und 1971 in Genf gedruckt. Der hier edierte und übersetzte lateinische Text ist kein Nachdruck der Genfer Edition, die auf der von Castellio wahrscheinlich 1562 / 63 für eine Veröffentlichung vorbereiteten Fassung beruht, sondern die Rekonstruktion des wohl 1555 fertiggestellten Originaltextes.
Angesichts der Beredsamkeit des Juristen Beza, den Castellio für sachkundiger und eloquenter hielt als Calvin, fand er es notwendig, seine eigenen Argumente zu schärfen und zu präzisieren. Das zeigt sich nicht nur bei der Definition des Häretikers und der Frage, ob er von der weltlichen Obrigkeit zu bestrafen sei, sondern auch dort, wo Castellio die Grenzen der Toleranz oder Themen wie Zweifel, Wissen und Nichtwissen, Gewissens- und Glaubenszwang anspricht, denen er später in Conseil à la France désolée und in De arte dubitandi et confidendi zentrale Bedeutung einräumen wird. Das Werk gibt aufschlussreiche Einblicke in persönliche Details, in die Auseinandersetzung mit Beza, Calvin und weiteren Beteiligten sowie in die damaligen konfessionellen Verhältnisse.
Biografie (Sebastian Castellio)
Der Basler Humanist und Gelehrte Sebastian Castellio wurde 1515 als Sohn einer Bauernfamilie in Savoyen geboren. Seine Studienzeit verbrachte er 15351540 in Lyon, wo er Griechisch und Latein studierte. 1540 zog er nach Straßburg und machte dort die Bekanntschaft von Johannes Calvin, dem späteren Reformator von Genf. 1541 wurde er als Mitarbeiter Calvins in die Leitung des Collège de Rive nach Genf berufen. Bereits wenige Jahre später überwarf er sich wegen theologischer Fragen mit dem in Glaubensdingen strengen und unbeugsamen Calvin und übersiedelte nach Basel, wo er unter ärmlichen Verhältnissen als Korrektor und mit handwerklichen Dienstleistungen sein Leben fristete. In dieser Zeit übersetzte er die Bibel ins Französische und Lateinische und verfasste neben zahlreichen anderen Schriften die Dialogi sacri, biblische Darstellungen in Gesprächsform. Als im Oktober 1553 in Genf auf Veranlassung Calvins der spanische Arzt und Humanist Miguel Servet aus Glaubensgründen als "Ketzer" verbrannt wurde, entfachte Castellio mit seiner nachmals berühmt gewordenen Schrift De haereticis an sint persequendi (Von Ketzern und ob man sie verfolgen soll) die erste große Debatte um die Toleranzfrage, deren Wirkungen später bis in die Erklärung der Menschenrechte reichte. Das Thema Glaubens- und Gewissensfreiheit hat ihn von da an während seines weiteren Lebens beschäftigt und ihn der ständigen Verfolgung durch Calvin ausgesetzt. Kurz nachdem er, von Krankheiten und Verbitterung zermürbt, noch einmal angeklagt wurde diesmal wegen Ketzerei starb er am 29. Dezember 1563 im Alter von 48 Jahren in Basel.Anmerkungen:
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