Frankfurt Radio Big Band: Jim McNeely Expeditions auf CD
Jim McNeely Expeditions
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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- Label:
- Sunnyside
- Aufnahmejahr ca.:
- 2024
- Artikelnummer:
- 12786220
- UPC/EAN:
- 0016728179522
- Erscheinungstermin:
- 21.8.2026
- Gesamtverkaufsrang: 6190
- Verkaufsrang in CDs: 2741
Mit dem Tod von Jim McNeely im Jahr 2025 verlor die Jazzwelt eines ihrer geschätzten Talente in den Bereichen Komposition und Arrangement. Doch noch vor seinem Abschied vollendete und nahm McNeely eine Suite mit Originalkompositionen für sein langjähriges Lieblingsensemble auf: die hr-Bigband (Frankfurt Radio Big Band). „Expeditions“ ist eine wahre Reise, denn die Musik verspricht klangliche Abenteuer für die einzelnen Musiker, für die McNeely jeweils einzigartige musikalische Umgebungen geschaffen hatte.
Der aus Chicago stammende Jim McNeely kam 1975 als junger Pianist nach New York City und arbeitete dort sowohl mit Legenden wie Ted Curson als auch mit aufstrebenden jungen Jazzstars wie David Liebman und John Scofield zusammen. 1978 begann McNeely, im Village Vanguard mit der Thad-Jones / Mel-Lewis-Big-Band zu spielen. Ein Jahr später übernahm Bob Brookmeyer die musikalische Leitung der Band, nachdem Jones sie verlassen hatte.
Brookmeyer übte großen Einfluss auf ihn aus und bewegte McNeely dazu, sich verstärkt der Komposition zu widmen. Bald darauf schrieb McNeely Suiten und großformatige Werke, unter anderem für die WDR Big Band. Doch die längste und fruchtbarste Zusammenarbeit verband ihn mit der hr-Bigband, für die er als Hauskomponist und Arrangeur tätig war.
Es ist nur folgerichtig, dass McNeelys letztes Werk, „Expeditions“, für die hr-Bigband geschrieben und von ihr aufgeführt wurde. Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit der Bigband kannte McNeely alle führenden Solisten und Satzmusiker bestens. Bei „Expeditions“ achtete er darauf, für jedes Mitglied der Gruppe Solo-Passagen vorzusehen – ganz im Sinne des legendären Duke Ellington, der seine Kompositionen bekanntlich stets auf die einzelnen Musiker seines berühmten Orchesters zugeschnitten hatte.
Die Uraufführung und Aufnahme von „Expeditions“ fanden am 13. Juni 2024 im hr-Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main statt. Tragischerweise sollte dies McNeelys letzte Uraufführung und Dirigierarbeit mit der Bigband sein.
Das Programm beginnt mit „The Gathering“, einer dynamischen Fanfare, die die Spannung auf das Kommende weckt. „Terra Incognita“ verbindet verschiedene Metren und kontrapunktische Melodien vor einem stimmungsvoll swingenden Hintergrund, während „At Twilight“ eine geheimnisvolle, schwebende Ballade ist, die Miroslava Stareychinskas Harfe und Martin Auers Trompete in den Vordergrund rückt. In „Celtic Ramble“ verschmelzen Harfe und Klavier; das Stück greift die tänzerischen Rhythmen irischer Volksmusik auf.
Rainer Heutes eindringliches Baritonsaxofon prägt „At Midnight“, eine geschmeidige, langsame Ballade, die sich perfekt für späte Stunden eignet. Das Tempo zieht bei „Monk Scales Everest“ an – einer ambitionierten Neuinterpretation von Thelonious Monks „Evidence“. Der leichte, malerische Walzer „At Dawn“ bringt den hellen Klang von Oliver Leichts Altsaxofon zur Geltung. Ebenfalls im Walzer-Format gehalten, erhöht „Lights on The Horizon“ das Tempo und präsentiert eine weitere abwechslungsreiche und zugleich mitreißende Glanzleistung McNeelys.
Christian Jaksjös Posaune klagt über dem avantgardistischen Aufeinandertreffen von Klavier-Innenleben und Bläsern in „The Breakthrough“. Bei „Arrival“ steigern sich Tempo und Klangdichte und bieten den idealen Rahmen für Soli des Trompeters Axel Schlosser und des Schlagzeugers Paul Höchstädter. „Reflections on Coming Home“ ist eine solistische Kadenz für den Bassisten Hans Glawischnig; sein meisterhaftes Spiel leitet zum abschließenden Stück „Coming Home“ über. Dieses beginnt mit einem prachtvollen Bläserchoral und einem Posaunensolo, bevor es sich zu einem kraftvollen Höhepunkt steigert.
Der Verlust des großen Komponisten und Arrangeurs Jim McNeely hat die Jazzwelt erschüttert. Doch es lohnt sich auch, an die Wellen zu erinnern, die seine Musik geschlagen hat. Gemeinsam mit der hr-Bigband fängt das Album *Expeditions* die ganze Bandbreite seines Könnens in Komposition und Arrangement ein – über eine Fülle von Stilen und Klängen hinweg, die unter dem Dach des Jazz vereint sind.
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