Jan Garbarek: Wayfarer auf CD
Wayfarer
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
- Label:
- ECM
- Aufnahmejahr ca.:
- 1983
- Artikelnummer:
- 5474334
- UPC/EAN:
- 0042281196829
- Erscheinungstermin:
- 28.8.2015
Die Jan Garbarek Group gehörte schon immer zu den herausragendsten Formationen von ECM. Die gelungene Einbindung des Bassisten Eberhard Weber sorgte für einen fließenden Kontrast zu Garbareks präzisen Melodielinien. Die kurze Mitwirkung des Gitarristen Bill Frisell machte diese Balance noch vielversprechender. Dennoch neigt „Wayfarer“ dazu, ebenso sehr umherzuirren wie sein namensgebender Protagonist – obwohl wer weiß, ob das nicht gerade die Absicht war. Vorbei ist die durch und durch verträumte Atmosphäre von „Paths, Prints“. An ihre Stelle tritt eine Session, die im Halbschlaf durch malerische Landschaften schlendert, ohne sie jemals wirklich zu betrachten, und nie ganz weiß, welcher Realität sie sich verschrieben hat. Schlagzeuger Michael DiPasqua weckt in dem Eröffnungsstück „Gesture“ Hoffnungen, indem er die Beckenläufe fortsetzt, die man in Abwesenheit von Jon Christensen vermisst, doch seine Mitmusiker scheinen nur im Kreis zu wandern. „Gentle“ ist ein weiteres Beispiel dafür, obwohl es Weber gelingt, dieses Stück zu etwas Schönem zu beleben. Mit zehneinhalb Minuten ist „Pendulum“ das zentrale Epos des Albums und gibt Frisell viel Raum, sich zu entfalten. Doch die Schwere wird mit der Zeit ermüdend, und man verliert das Ziel aus den Augen. Ebenso wirkt „Spor“ eher wie ein Studio-Aufwärmstück für etwas, das es nie in die endgültige Fassung geschafft hat. Die herausragende Ausnahme des Albums ist der Titeltrack, der aus einem grüblerischen Kriechen durch schummrig beleuchtete Katakomben in DiPasquas unglaubliche Raserei ausbricht, während Frisell am Rande seine Gitarre schärft. Er gibt uns auch einen Vorgeschmack auf den alten Garbarek.
Trotz gelegentlicher Glanzmomente und durchweg hervorragender musikalischer Leistung sind die Themen auf „Wayfarer“ relativ schwach und scheinen nicht wirklich zusammenzupassen. Bei meiner bisherigen Reise durch den ECM-Backkatalog ist dies das einzige Album der Jan Garbarek Group, bei dem ich zögern würde, es weiterzuempfehlen. Es könnte sich jedoch um ein Album handeln, das mit der Zeit an Wert gewinnt.
Disk 1 von 1 (CD)
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1 Gesture
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2 Wayfarer
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3 Gentle
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4 Pendulum
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5 Spor
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6 Singsong
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