Lee 'Scratch' Perry: Spatial, No Problem. auf CD
Spatial, No Problem.
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
- Label:
- Domino
- Artikelnummer:
- 12667092
- UPC/EAN:
- 0887828054824
- Erscheinungstermin:
- 5.6.2026
Weitere Ausgaben von Spatial, No Problem. |
Preis |
|---|---|
| LP | EUR 29,99* |
| LP, (Limited Indie Edition) (Yellow Vinyl) | EUR 40,99* |
| CD, Japan-Import | EUR 29,99* |
- Gesamtverkaufsrang: 6656
- Verkaufsrang in CDs: 2898
Man könnte meinen, Lee »Scratch« Perry habe sich nach seinem Tod vervielfacht. Kaum war die Nachricht seines Verschwindens verklungen, tauchten sie auf: die angeblich letzten, endgültigen, wirklich allerletzten Aufnahmen. Doch das eigentliche Finale führt nicht in mythische Rückzugsorte, sondern nach Berlin, zu Mouse On Mars, in ein Studio, das eher Labor als Proberaum ist.
Dort beginnt etwas, das weniger wie ein Album als wie ein Ereignis wirkt. »Spatial, No Problem.« heißt es, und schon der Titel trägt Perrys lakonische Kosmologie in sich. Der Opener »Rockcurry« klingt, als hätte jemand Dub in eine Maschine gefüttert und sie träumen lassen. Motorik trifft auf Störgeräusche, dadaistische Sprachsplitter auf jenes Voodoo, das Perry stets in den Apparaten vermutete. Reggae ist hier kein Genre mehr, sondern ein Echo, das sich nicht abschütteln lässt.
Zur Single selbst existiert ein Video, das diese Ästhetik fortschreibt. Collagen aus Studiofotografien, Zeichnungen und Fundstücken fügen sich zu einem flirrenden Bilderstrom, der weniger illustriert als erinnert. Es ist kein klassisches Musikvideo, eher ein visuelles Echo des Aufnahmeprozesses, eine Art bewegtes Archiv, in dem sich Präsenz und Fragment überlagern.
Die Begegnung selbst bleibt rätselhaft. Perry erscheint verspätet, unberechenbar, mit Koffern voller Talismane und Parolen. Er beschriftet Wände, murmelt, hustet, singt und verwandelt den Raum in ein akustisches Ritual. Die Deutschen folgen, zeichnen auf, lachen, kochen Suppe. Man spricht kaum, man macht.
Dass daraus mehr wurde als ein Studio Moment, zeigt sich nun im Barbican Centre. Im Rahmen von Project A Black Planet wird das Werk als begehbare Klanginstallation erfahrbar, ein Raum, in dem sich Perrys Vermächtnis nicht konserviert, sondern weiter verflüssigt.
Vielleicht ist das die eigentliche Pointe dieses letzten Albums, dass es keines ist. Sondern ein Übergang. Ein Versprechen, dass Raum tatsächlich kein Problem ist.
Preis der deutschen Schallplattenkritik 3 / 2026
Wenn es um skurrile schöpferische Projekte geht, sind die Berliner Elektronik-Exzentriker »Mouse On Mars« gesuchte Spezialisten. Hemmungslos lassen sie Ideen aufeinanderprallen – das macht das Duo zu perfekten Partnern für Dub-Meister Perry. Fünfzig Minuten lang liefern sie aufwändig arrangierte elektro-akustische Instrumentalstücke mit mitreißendem Gesang des Giganten jamaikanischer Musik. Das sind Explosionen genreübergreifender Farben; ekstatische Werke fantasievoller Kunst, die vor Schaffensfreude überquillt – ein einzigartiges, fröhliches Zeugnis von Kreativität in ihrer freigeistigsten Form. (Für die Jury: Olaf Maikopf)
Tracklisting
Disk 1 von 1 (CD)
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1 Rockcurry
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2 Hallo Shiva
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3 Economic Train
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4 Spatialee
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5 Fire Dali
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6 Yayaya
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7 To The Rescue
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8 State Of Emergency