Clarissa Forster: Into the Blue auf LP
Into the Blue
Die gute alte Vinyl - Langspielplatte.
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- Label:
- Unit
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025
- Artikelnummer:
- 12629353
- UPC/EAN:
- 7640222862388
- Erscheinungstermin:
- 6.3.2026
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Preis |
|---|---|
| CD | EUR 18,99* |
Mit Into the Blue legt die Sängerin und Komponistin Clarissa Forster ihr Debütalbum vor. Die acht Stücke entstanden über mehrere Jahre während ihres Studiums für Jazzgesang und Komposition in Nürnberg und formen ein geschlossenes Programm zwischen Kammerjazz, zeitgenössischem Songwriting und offenen, atmosphärischen Klangräumen.
Forsters musikalischer Weg beginnt in der Klassik: Ein klassisches Klavierstudium in Wiesbaden legte den Grundstein für Präzision und Formbewusstsein. Es folgten Studien in Jazzgesang sowie ein Master in Jazzkomposition. Der Jazz eröffnete ihr einen freieren Zugang zu Ausdruck und Gestaltung. Diese beiden Pole – Struktur und Offenheit – prägen auch die Musik von Into the Blue. Viele der Stücke gehen von reduzierten Setzungen aus: einer melodischen Linie, einem rhythmischen Impuls oder einem inneren Bild. Mehrere Metren, offene Formen und Klangmalerei bestimmen den Verlauf. Nicht alles wird erklärt oder aufgelöst. Einige Stücke tragen Texte – darunter Lyrik von Fola Dada –, andere verzichten bewusst auf Worte und überlassen den Interpretationsraum ganz den Zuhörenden.
Die Spannung zwischen Klarheit und Unschärfe, Ruhe und Bewegung zieht sich durch das Album. Die Gesangsstimme nimmt dabei wechselnde Rollen ein: mal tritt sie erzählend hervor, mal fügt sie sich in den Ensembleklang ein. Bedeutung bleibt angedeutet, nicht festgelegt.
Das Titelstück Into the Blue basiert auf einer einzigen melodischen Linie, die zugleich harmonisches und formales Gerüst bildet. Ausgehend von einem Traum übersetzt die Komposition räumliche und körperliche Eindrücke in Klang – Schwebung, Atem, kontrollierte Offenheit. Auch die weiteren Stücke öffnen unterschiedliche Wahrnehmungsfelder: Blurriness of the World bewegt sich durch fragmentierte Erinnerungsräume, Painted Figures betrachtet Realität aus wechselnden Perspektiven, ETA öffnet Wahrnehmungsräume. Der Titel verweist auf E.T.A. Hoffmann, dessen 250. Geburtstag sich 2026 jährt. Klarheit, Halluzination und Kontrollverlust überlagern sich; Sinneseindrücke verschieben sich, Grenzen zwischen Innen und Außen lösen sich auf, während das Ich sich selbst beim Kippen beobachtet.
Eingespielt wurde das Album mit Max Heimler (Gitarre), Shuteen Erdenebaatar (Piano), Moritz Graf (Bass) und Florian Fischer (Schlagzeug). Mit klangmalerischen Soundscapes von Heimlers Gitarre entsteht ein Ensembleklang, der gleichermaßen Weite erzeugt wie zupackenden Drive. Auch in ruhigen Momenten bleibt die Musik wach und spannungsvoll; kammermusikalische Klarheit steht selbstverständlich neben jazziger Flexibilität und punktuellen rockigen Akzenten.
Ein besonderes Schlusslicht setzt das Stück Vorwärts: ein hoffnungsvoller Ausblick, ein Sich-selbst-wieder-Hochziehen. Fast unmerklich wird man in einen hypnotischen Loop aus Clarissa Forsters Chor hineingezogen – und erst spät realisiert man, dass dieser Loop im 13er-Metrum schwebt und die Zukunft eher haucht als behauptet.
Into the Blue zeigt Clarissa Forster als Künstlerin mit einer klaren ästhetischen Handschrift. Das Album verbindet kompositorische Stringenz mit erzählerischer Offenheit und versteht zeitgenössischen Jazz als Raum für Resonanz, Entwicklung und klangliche Neugier. Ein Debüt, das nicht auf Effekte setzt, sondern auf Haltung, Formbewusstsein und klangliche Klarheit.