Christian Kögel: "M" auf 2 CDs
"M"
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Label:
- XJazz!
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025
- Artikelnummer:
- 12480578
- UPC/EAN:
- 0199538779134
- Erscheinungstermin:
- 20.3.2026
- Gesamtverkaufsrang: 3509
- Verkaufsrang in CDs: 1611
Dreh die Lautsprecher auf! Eine E-Gitarre klingt am besten, wenn sie wirklich elektrisch klingt, das Leuchten der Saiten im Ohr brennt und der Klang sich in der Verstärkung selbst übertrifft. Noch schöner wird es, wenn zwei Gitarren zusammen singen. Man muss nicht lange suchen, um hervorragende Beweise für diese nicht ganz so gewagte These zu finden: „Love, Devotion, Surrender“ von Carlos Santana und John McLaughlin, „ScoMule“ von John Scofield und der Band Gov't Mule oder Marc Johnsons Bass Desires mit Scofield und Bill Frisell, ganz zu schweigen von Rockbands wie der Allman Brothers Band, den Grateful Dead oder The Dream Syndicate. Zu diesen Klassikern des inspirierten Gitarrenduos gesellt sich nun ein weiteres Beispiel für ihr leidenschaftliches Spiel auf der E-Gitarre, denn der Berliner Gitarrenvirtuose Christian Kögel spielt gemeinsam mit seinem Kollegen Kalle Kalima auf „M“.
„M“ ist zweifellos ein Gitarrenalbum, das Liebhaber des E-Gitarren-Sounds begeistern wird. Aber es ist noch viel mehr. „M“ ist das hypnotische Manifest vier leidenschaftlicher Geschichtenerzähler, das man am besten in Dauerschleife hört und sich von seiner Sogwirkung immer weiter in eine endlose Spirale der Assoziationen tragen lässt – Wolf Kampmann
Mitreißende Battles, die an die besten Tage der Siebziger erinnern, wechseln sich mit gemeinsam gestalteten Klanglandschaften ab, wie sie typischerweise in den 80er-Jahren von Labels wie ECM entwickelt wurden. Erinnerungen werden geweckt, doch sie blicken nicht zurück, sondern gen Horizont. Unterstützt von Bassist Paul Kleber und Schlagzeuger Hans Otto, kann man Kögel und Kalimas kämpferische Träumereien und verträumte Auseinandersetzungen erleben. Sie sind keineswegs geizig. Ganz im Gegenteil. In nicht weniger als 71 Minuten feuern sie sage und schreibe 14 Songs ab, jeder einzelne voller Energie. Ständig finden sie reichhaltiges Material für ihre Gespräche, nähern sich einander aus neuen Blickwinkeln und Perspektiven und entdecken unerwartete Seiten und Eigenschaften aneinander. Alles ist möglich. Ein einziges Wort kann ein Epos entfachen, ein Wasserfall zu einem Bach werden. Mal lassen sie die Saiten aufschreien, mal galoppieren sie in einem Ostinato, mal gleiten sie sanft dahin. Kögel und Kalima zelebrieren die grenzenlose Vielfalt des Zusammenspiels auf den E-Gitarren und setzen, wo es angebracht ist, einen angenehmen Kontrast zu ihren akustischen Pendants.
Kögel und Kalima sind in der europäischen Jazzgitarrenszene keine Unbekannten. Die beiden dynamischen Berliner kennen und schätzen einander seit vielen Jahren. So ausdrucksstark Kögels Spiel auch sein mag, er ist stets ein stiller Zuhörer. Bereits in ähnlicher Formation prägte er die Berliner E-Gitarrenszene mit Jerry Granellis Band UFB und bildete mit Kai Brückner ein kontrastreiches und ausdrucksstarkes Gitarrenduo. In den letzten Jahren war er vor allem mit der Sängerin Britta-Ann Flechsenhar in ihrer Band Flexkögel und seinem Wood & Steel Trio zu hören. Kalle Kalima ist ein abenteuerlustiger Alleskönner, der in Dutzenden von Bands und Projekten aktiv ist, hauptsächlich in Finnland und Berlin. Besondere Aufmerksamkeit erregte er mit dem Trio Johnny La Marama, aber auch mit Gruppen wie Klima Kalima, K-18 und Kuu! gelang es ihm immer wieder, die Grenzen des traditionellen Jazz zu erweitern.
Der Gründung ihrer gemeinsamen Band ging eine intensive Planung voraus. Um 2020 hatte Kögel einige Klangideen, die sich schnell als nur mit mehreren Gitarren umsetzbar erwiesen. „Zwei Gitarren klingen wie eine große Gitarre“, lautet sein Credo. Mit präzisen Klangkonzepten im Kopf holte er zunächst seinen Stamm-Schlagzeuger Hans Otto ins Boot, der neben seiner Jazz-Erfahrung jahrelang in der Psychedelic-Band Welcome Inside The Brain getrommelt hatte, und anschließend den Bassisten Paul Kleber, bekannt von den Bands Jazzanova und Micatone, der vor allem mit seinem unverwechselbaren Sound der Siebzigerjahre überzeugte. 2022 fand in Berlin ein Tributkonzert für Jerry Granelli statt, zu dem Kögel Kalle Kalima einlud. Und die Verbindung stimmte sofort, sowohl musikalisch als auch persönlich.
Kögel sagte: „Ich kenne keinen anderen Musiker, der auf so hohem Niveau spielt und dabei so unprätentiös und hilfsbereit ist.“ Die Besetzung war komplett. Doch mit der vollständigen Besetzung entfernte sich die Energie immer weiter von den ursprünglichen Ideen, und etwas völlig Neues und Authentisches entstand. „Ich vertiefe mich gern in ein Thema und bearbeite bestehendes Material, bis ich vergesse, dass es nicht von mir stammt“, sagt Christian Kögel. „Erst wenn es wirklich mein Werk ist, kann ich es veröffentlichen.“ Obwohl Kögel alle Stücke für „M“ komponierte, ist das Album ein Gemeinschaftswerk, bei dem alle vier Musiker ihren individuellen Beitrag zum Gesamtklang leisten. Doch auch der Gitarrist betrat Neuland. Erstmals ist er an einer Pedal-Steel-Gitarre zu hören. Die schwebende Anspielung auf dieses exotische Instrument, das eher einem Keyboard ähnelt, erweitert sein musikalisches Spektrum erheblich und verleiht dem Album eine subtile Note.
Rezensionen
»›M‹ ist [...] weit mehr als ein klassisches Gitarrenalbum. Es ist eine klangliche Expedition, die den Hörer in eine sich ständig erweiternde musikalische Welt hineinzieht – ein Werk voller Energie, Ideenreichtum und intensiver Ensemblearbeit.«(jazz-fun.de, April 2026)
Tracklisting
Disk 1 von 2 (CD)
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1 P.S.I.
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2 Ich Steine, Du Steine
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3 Quatuor pour la fin du temps V
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4 Éclairs with Attachment
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5 Jerry
Disk 2 von 2 (CD)
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1 Wait for it
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2 Yurt Rock
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3 Allan's Éclairs (feat. Britta Flechsenhar)
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4 (Super) Mario's Éclairs
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5 Kalle's Éclairs
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6 Paul's Éclairs
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7 Hans' Éclairs
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8 Morph-Riff
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9 Ich Steine, Du Steine - Outro