Peter Herborn: Something Personal auf CD
Something Personal
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Label:
- Winter & Winter
- Aufnahmejahr ca.:
- 1991
- Artikelnummer:
- 8412335
- UPC/EAN:
- 0025091905423
- Erscheinungstermin:
- 16.2.2004
*** 24 Bit digitally remastered
Peter Herborn verfolgt mit *Something Personal* das Ziel, zwei musikalisch konträre Welten miteinander zu verbinden: ein klassisches Streichquartett und vier erfahrene Jazzmusiker. Dabei schafft er ein faszinierendes Zusammenspiel, bei dem beide Gruppen ihre individuelle Eigenheit bewahren und dennoch gemeinsam etwas Neues formen. Herborn, Posaunist, Komponist und Jazz-Professor an der Folkwang Schule in Essen, hat eine strukturierte Herangehensweise gewählt. Er bringt die beiden Ensembles so zusammen, dass sie sich in einem kreativen Grenzbereich begegnen können—einem Raum, der sowohl Begegnung als auch die Ausdrucksvielfalt beider Traditionen ermöglicht.
Die Verbindung von Streichinstrumenten und Jazz ist musikgeschichtlich gesehen ein eher selten bearbeitetes Thema. Es gibt zwar Beispiele, in denen Jazz-Solisten von Streichern begleitet wurden oder einzelne Jazzmusiker Streicher als Soloinstrumente wählten, doch die Schnittmengen bleiben überschaubar. Gelegentlich tauchen Streicher auch in jazzbeeinflusster Filmmusik auf. Umgekehrt hört man klassische Formationen wie das Kronos Quartett auf Jazzfestivals, wo sie ebenfalls Jazzadaptionen aufführen – allerdings ausschließlich basierend auf notiertem Material. Einen innovativen Ansatz für die Verschmelzung von Streicherklang, jazztypischer Improvisation und Klassik bietet beispielsweise das Arcado String Trio, Herborns Labelkollegen. *Something Personal* jedoch verfolgt eine ganz eigene Philosophie.
Herborn degradiert die Streicher weder zu bloßer Klangkulisse noch zwingt er sie ins jazztypische Swingen. Vielmehr sind ihre Beiträge präzise ausgeschrieben und dennoch so gestaltet, dass sie den Geist der Improvisation atmen. Gleichzeitig improvisieren die Jazzmusiker basierend auf notierten Vorgaben. Dieses Wechselspiel ist beim Hören kaum voneinander zu unterscheiden. Laut Herborn liegt der Fokus darauf, wie sich die Musik entfaltet, nicht darauf, wie sie entsteht: »Das Verhältnis zwischen Komposition und Improvisation ist gleitender als je zuvor in meinen Produktionen. Am Ende zählt allein das Ergebnis.«
Für die Aufnahme wählte Herborn ein Streichquartett, das über Erfahrung im klassischen Repertoire verfügt und offen für genreübergreifende Experimente ist. Die Wahl fiel auf das renommierte Auryn Quartett (Matthias Lingenfelder und Jens Opperman, Violine; Steuart Eaton, Viola; Andreas Arndt, Cello), das bereits mit ähnlichen Projekten vertraut ist, beispielsweise durch Zusammenarbeit mit der Kölner Saxophon-Mafia – wenngleich dort die Rolle der Streicher weniger zentral war. Bei *Something Personal* hingegen übernimmt das Streichquartett eine tragende strukturelle Funktion.
Den Jazz-Part des Albums gestalten herausragende Musiker unterschiedlicher Herkunft: der amerikanische Altsaxophonist Tim Berne, der Kontrabassist Lindsey Horner, der französische Gitarrist Marc Ducret und der englische Pianist sowie Tenorhornist Django Bates. Jeder von ihnen gehört zu den bedeutenden Talenten ihrer Generation und bringt individuelle Klasse ein. Tim Berne etwa ist bereits mit mehreren Veröffentlichungen bei JMT präsent, darunter *Fractured Fairy Tales* und *Pace Yourself*, sowie gemeinsam mit Miniature auf zwei weiteren Alben (*Miniature* und *I Can't Put My Finger On It*). Marc Ducret veröffentlicht zur gleichen Zeit sein eigenes JMT-Debütalbum *News From The Front*. Lindsey Horner ist unter anderem auf Herb Robertsons Alben *Transparency* und *Die Kleine Trompete* vertreten.
Die Stücke des Albums sind so konzipiert, dass ein oder mehrere Jazzmusiker in variierenden Kombinationen zum Streichquartett hinzutreten. Gemeinsam schaffen sie entweder eng verwobene Klanggeflechte oder setzen bewusst Akzente durch Kontrast. Eine Ausnahme bildet das eröffnende Stück *The Last Objection*, welches allein vom Streichquartett interpretiert wird und den Ton für das innovative Musikprojekt vorgibt.
Disk 1 von 1 (CD)
-
1 The last objection
-
2 Tell me your secrets
-
3 Rush hour
-
4 All along the watchtower
-
5 Music for forgotten lovers
-
6 Evidence
-
7 Blue monochrome
-
8 Fallingwater
Mehr von Peter Herborn