Thomas Koebner: Blicke. Enthüllungen, Kartoniert / Broschiert
Blicke. Enthüllungen
- Wanderung durch ein imaginäres Museum
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- Verlag:
- Schüren Verlag, 02/2027
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783741005879
- Artikelnummer:
- 13003841
- Umfang:
- 140 Seiten
- Sonstiges:
- zahlreiche tw farbige Abbildungen
- Erscheinungstermin:
- 15.2.2027
Klappentext
Fensterblicke sind ein sehr bedeutendes, symbolisch aufgeladenes Motiv der europäischen Malerei, der Literatur, des Films. Es handelt sich unverkennbar um visuelle Symbolik: Zu Blicken aus dem Fenster drängen Wissbegier, die sich nicht beherrschen lässt, vielleicht romantische Sehnsucht nach der 'weiten Welt', manchmal auch Furcht vor dem rätselhaften oder bedrohlichen 'Draußen'; Blicke in fremde Fenster verraten das unüberwindliche Interesse am Leben der Anderen. Voyeurismus als anthropologische Konstante? Die hier unternommene Recherche durchmustert charakteristische Beispiele aus der Kunst von Vermeer van Delft zu Caspar David Friedrich und Edward Hopper, aus der Literatur von Goethe zu E. T.A. Hoffmann und Franz Kafka, aus dem Film von Alfred Hitchcock zu Patrice Leconte u. a. Blicke können an Masken abprallen - so kommt es zu Augentäuschungen. Der Schauplatz Venedig reizt zu Erzählungen (in Literatur und Film), in denen das verhängnisvolle Ver-Sehen zu einem tödlichen Ende führt. Auf den ersten Blick erschließt sich oft nicht, was unter der Oberfläche verborgen ist - oder zu sein scheint. Enthüllungen versprechen tiefere Erkenntnisse. Die Suche nach der 'nackten Wahrheit' kann die Aufklärung befördern wie in Hans Christan Andersens Parabel von "Des Kaisers neuen Kleidern", aber auch unerfreuliche Konsequenzen haben oder gar einen Schock versetzen; nicht nur im Schauermärchen vom Ritter Blaubart oder in Friedrich Schillers dramatischen Balladen. Der Wunsch, den enthüllten, den nackten Körper abzubilden, zu Beginn der Neuzeit unter dem Deckmantel antiker Mythologien oder alttestamentarischer Episoden, bringt im Aktbild vielfältige Spielarten diskreter oder indiskreter Darstellung hervor. Unerwartet strenge Blickverbote kommen oft als mögliche Zensur ins Spiel, bisweilen zum Schutz intimer Sphären - Blickverbote, die keineswegs nur bürgerlicher oder christlicher Moral entstammen. Geheimbünde versprechen seit dem 18.Jahrhundert den Zugang zu einem gereifteren und höheren 'Menschentum'. So erscheint es in ehrfürchtiger Perspektive. Doch welche Ent-Täuschungen bringt die Erhellung des künstlich Verhüllten zutage, welche Hintergründe oder gar Abgründe erschließen sich bei näherer Betrachtung dieser künstlich konstruierten Gesellschaften - in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre", in Schikaneders und Mozarts "Zauberflöte", nicht zuletzt in Richard Wagners doppelbödigem Weihespiel "Parsifal"
Anmerkungen:
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