Karin Orchard: Zwischen Wirklichkeit und Traum - Otto Gleichmann und der Expressinismus in Hannover, Gebunden
Zwischen Wirklichkeit und Traum - Otto Gleichmann und der Expressinismus in Hannover
- Kat. Sprengel Museum Hannover
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- Herausgeber:
- Karin Orchard
- Verlag:
- Snoeck Verlagsges., 07/2026
- Einband:
- Gebunden
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783864424885
- Artikelnummer:
- 12794027
- Umfang:
- 256 Seiten
- Sonstiges:
- Abbildungen von Ölgemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien
- Gewicht:
- 680 g
- Maße:
- 260 x 220 mm
- Stärke:
- 18 mm
- Erscheinungstermin:
- 30.7.2026
Klappentext
Otto Gleichmann (1887-1963) zählt zur jüngeren Riege des deutschen Expressionismus und ist nach dem Ersten Weltkrieg - in Russland und in Frankreich hatte er Fronterfahrung gesammelt - in Hannover zugezogen, wo er bis zu seinem Tod lebte. Trotz vielerlei Erfolgen, vor allem in den 1910er- und -20er Jahren (1917 eine erste Ausstellung im Kestner-Museum Hannover), ist er heute nahezu vergessen. Seine Wirkung seinerzeit weit über das lokale Hannover hinaus, bietet die Gelegenheit das Werk eines bedeutenden Malers und Zeichners wieder zu entdecken. Als Mitglied der Hannoverschen Sezession erlebte er mit seinem Kreis äußerst fruchtbare und lebendige Jahre - Hannover war ja eines der Zentren der Avantgarde. In Gleichmanns gastfreundlicher Wohnung, dem 'Montmartre von Hannover', traf die lokale Künstlerschaft auf die internationalen Künstler*innen, u. a. waren Kandinsky, Klee, Schwitters, Jawlensky, Arp, Tzara, Lissitzky und Ozenfant bei ihm und seiner Frau, der Künstlerin Lotte Gleichmann-Giese (1890-1975), immer wieder zu Gast. So konnte Otto Gleichmann an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen deutschlandweit, zum Teil auch im Ausland, teilnehmen und hat dort auch sehr gut verkauft. Namhafte Galeristen wie Flechtheim, Nierendorf, Garvens und Schames zeigten ihn regelmäßig. Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit dem Düsseldorfer Arzt, Sammler und Galeristen Hans Koch. 1932 richtete ihm die Kestner-Gesellschaft eine große Schau aus. Otto Gleichmanns Werk wird durch einen humanistischen Pathos getragen, seine spürbare Sensibilität gilt seinem Thema: dem Menschen. Stilisierte, unverwechselbare Gesichter mit weit aufgerissenen Augen stehen für die unmittelbar erlebten Schrecknisse des Ersten Weltkrieges. Die Gestalten durchstreifen dicht gedrängte Stadtlandschaften, vergnügen sich in Varietes oder im Zirkus. Sein Repertoire konzentrierte sich sein Leben lang auf Figurenbilder mit vielfältigen Konstellationen, sodass sich stilistische Entwicklungen einzelner Motive in einem fast 50jährigen Schaffensprozess hervorragend verfolgen lassen: von der dunklen, leidenden Kreatur der expressiven Phase hin zu einer gelösteren, in sich ruhenden Verinnerlichung ab Mitte der 1920er Jahre, abgelöst von einem aufgehellten, lyrischen, nervösen Duktus im Spätwerk. In der Zeit des Nationalsozialismus war Otto Gleichmann weiterhin als Kunstlehrer im Schuldienst tätig und kam daher 1933 um einen NSDAP-Beitritt nicht herum. 1936 wurde ein Ausstellungsverbot verhängt, 1937 seine Werke aus den öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt und in der Ausstellung 'Entartete Kunst' verächtlich gemacht. Darunter hatte er sehr zu leiden, zog sich aber in seine innere Welt zurück und arbeitete weiter, ohne allerdings die Werke zu datieren. In der Nachkriegszeit half ihm die Unterstützung von Ferdinand Stuttmann, deem Direktor des Niedersächsischen Landesmuseums, wieder Fuß zu fassen. Ausstellung und Buch gelten einer Retrospektive mit 114 Werken aus allen Schaffensperioden, zudem wird erstmals auch das Werk seiner Frau Lotte Gleichmann-Giese mit 13 Werken in größerem Umfang präsentiert. 1.8.-1.11.26 Sprengel Museum Hannover: Otto Gleichmann: Zwischen Wirklichkeit und Traum. Otto Gleichmann und der Expresssionismus in Hannover
Biografie (Katharina Herrmann)
Katharina Herrmann studierte Kunstgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Klassische Philologie (Altgriechisch) an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Wien. Derzeit nimmt sie Lehraufträge wahr, ist in der Denkmalpflege tätig und arbeitet an weiteren Publikationen.Anmerkungen:
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