Johann Wolfgang von Goethe: Faust I, Gebunden
Faust I
- Der Tragödie erster Teil - Band 3
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- Verlag:
- Jaja Verlag, 11/2026
- Einband:
- Gebunden
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783948904869
- Artikelnummer:
- 12719868
- Umfang:
- 284 Seiten
- Maße:
- 280 x 200 mm
- Stärke:
- 30 mm
- Erscheinungstermin:
- 2.11.2026
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Preis |
|---|---|
| Buch, Kartoniert / Broschiert | EUR 12,49* |
| Buch, Kartoniert / Broschiert | EUR 4,50* |
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Die Tragödie schreitet voran, Tataa, Auftritt Gretchen! Nele Heaslip: Bei einer so komplexen, konfliktreichen Figur wie Faust, dessen durchdringende Persönlichkeit das ganze Stück beherrscht, ist man vielleicht dazu verführt, dem frommen Gretchen eine schlichtere Charakterisierung zu unterstellen. Zugleich aber dominiert Gretchen schon lange die künstlerische Rezeption des Stücks – mal als hilfloses Opfer, mal als ideales Frauenbild, als gefallenes Mädchen, als Madonna oder Magdalena. Zweifellos macht sich an der Gretchentragödie die gesellschaftliche Aussage des Stückes fest. Das hängt natürlich davon ab, in welcher Gesellschaft das Stück spielt – und welcher Gesellschaft es vorgeführt wird. In meiner Inszenierung aus drei Zeitebenen und drei Gesellschaften gibt es daher auch drei Gretchen. Beim Zeichnen habe ich festgestellt, dass sich unter den drei Hauptfiguren Gretchen im Bezug zu ihrer Umgebung am stärksten verändert. Das war nicht ganz überraschend, da Gretchens Rolle am meisten durch ihre Gesellschaft bedingt ist. Im Mittelalter gibt es für eine junge, bürgerliche Frau wie sie nicht viele Möglichkeiten zur Entfaltung – im Nationalsozialismus ähnlich wenig. In der Gegenwart aber stellte sich für mich die Frage: Wer wäre Gretchen, wenn sie frei wählen dürfte?
Fest steht, dass Gretchen in vielerlei Hinsicht die Antithese zum intellektuell verzweifelten, weltgewandten, zynischen und rastlosen Faust darstellt. Man mag sie in ihrer Unschuld für naiv halten. Dagegen finde ich, dass Gretchen eine Eigenschaft in sich trägt, die zu oft für naiv erklärt wird – eine Eigenschaft, die eine Stärke verlangt, die selbst Faust nicht aufbringen kann, und in der doch vielleicht die Hoffnung liegt, die Faust längst verloren hat: den Glauben an das Gute im Menschen.
Klappentext
Nele Heaslip: Wie beendet man ein Werk, das im Laufe von fünf Jahren einen solchen Umfang erreicht hat? Wie schließt man so viele Handlungsstränge, so viele Entwicklungen, so viele Geschichten auf eine Weise ab, die den vorhergehenden zwei Bänden gerecht wird? Und vor allem - wie verabschiedet man sich von Figuren, die man nun schon so oft in jeder denkbaren Stimmung gezeichnet hat, dass sie einem wie Geschwister vorkommen? Vielleicht findet sich ein passender Abschluss in der Bombastik der Walpurgisnacht - vielleicht aber auch in der anklagenden Stille der Kerkerszene. Ob das Ende, das ich gewählt habe, ein passendes ist - dieses Urteil sei dem Leser überlassen. Der Text lebt weiterhin von seiner Streitbarkeit, wie auch von der Streitbarkeit seiner ewig neuen Inszenierungen. Nicht allein Faust irrt, so lang er strebt. Die Menschheit sucht irrend wie eh und je ihren Weg in die Zukunft, die schwere Vergangenheit mit sich tragend. Schwer ist sie, irreführend manchmal, wegweisend meistens. Sie abzulegen, wäre ein Irrtum. Wie man sie lesen, wie man sie tragen soll, sind Fragen, die uns weiterhin beschäftigen sollten. Ebenso die Frage, wie es um die Zukunft des Faust steht, mit all seinen ungeklärten Fragen. Ich freue mich jedenfalls darauf, an all diesen Irrwegen teilzuhaben. Der Faust wird mich weiterhin nicht loslassen - und damit bin ich sicherlich nicht allein.
Biografie
Johann W. von Goethe, geb. am 28.8.1749 in Frankfurt a.M., gest. am 22.3.1832 in Weimar. Jurastudium in Leipzig und Strassburg. Lebenslanges Wirken in Weimar. Reisen zum Rhein, nach der Schweiz, Italien und Böhmen. Frühe Erfolge mit den Sturm und Drang-Stücken 'Götz' und 'Werther', Gedichte (herrliche Liebeslyrik), Epen, Dramen ('Faust', 'Tasso', 'Iphigenie' u. v. a.), Autobiographien. Zeichner und Universalgelehrter: Botanik, Morphologie, Mineralogie, Optik. Theaterleiter und Staatsmann. Freundschaft und Korrespondenz mit den grössten Dichtern, Denkern und Forschern seiner Zeit (Schiller, Humboldt, Schelling . . .). Goethe prägte den Begriff Weltliteratur, und er ist der erste und bis zum heutigen Tag herausragendste Deutsche, der zu ihren Vertretern gehört.Anmerkungen:
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