Bernhard Mayer: Interessante Zeitgenossen, Kartoniert / Broschiert
Interessante Zeitgenossen
- Lebenserinnerungen eines jüdischen Kaufmanns und Weltbürgers 1866-1946
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Verlag:
- Hartung-Gorre, 04/2026
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783866288584
- Artikelnummer:
- 12697368
- Umfang:
- 140 Seiten
- Gewicht:
- 213 g
- Maße:
- 210 x 148 mm
- Stärke:
- 9 mm
- Erscheinungstermin:
- 20.4.2026
Klappentext
Aus dem Vorwort von E. R. Wiehn Jedes Mal, wenn er nach London kommt, erfährt er von Kropotkin Interessantes über die politische Lage: "Solange dieses reaktionäre Deutschland in der Mitte von Europa existiert, können wir in Russland keinen Schritt vorwärts kommen." Obwohl schon wohlhabender Geschäftsmann, besucht er noch immer seinen Arbeiterverein, unterstützt viele russische Emigranten und wird von Anarchisten erpresst. Eine Spanienreise erinnert ihn an frühere Judenverfolgungen; damals wird ihm klar, dass Deutschland bewusst auf einen Krieg zusteuert. Während einer Tagung der Sozialistischen Internationale in Brüssel ahnt er nichts Gutes: "Man fühlte in der Spannung, die auf allen lastete, das Herannahen der unvermeidlichen Katastrophe." Im Sommer 1918 schreibt er seinen ersten politischen Artikel für die 'NZZ', worin es unter anderem heißt, "dass Deutschland politisch zu spät auf die Welt gekommen sei, und dass, wenn es nur ökonomisch seine Errungenschaften weiter verarbeitet hätte, es im Laufe der Zeit friedlich die Welt erobert hätte. Der Irrtum Deutschlands bestand darin, dass es politisch etwas erreichen wollte, was unzeitgemäß war." Im Jahre 1929 reist er erstmals ins damalige Palästina: "Als wir an der Grenze zwischen Ägypten und Palästina in EI Cantara ankamen und von einem Beamten hebräisch angesprochen wurden, war ich bewegt. Und als wir weiterfuhren und die jüdischen Siedler auf den Feldern arbeiten sahen, war ich tief erschüttert." Bernhard Mayer kommt tatsächlich mit vielen interessanten Zeitgenossen zusammen und weiß Bescheid. Seit der Machtergreifung Adolf Hitlers ist er fest davon überzeugt, dass man einer neuen großen Katastrophe entgegengeht, 1941 beschließt er die Auswanderung nach Amerika, was über Madrid, Lissabon und Kuba gerade noch gelingt. In Amerika schreibt er seine Lebenserinnerungen, in deren Epilog es heißt: "Meine Entwicklung hatte sich bereits frühzeitig nach zwei Seiten hin vollzogen. Erstens wurde ich religiös gläubig und zweitens hat sich in mir mit jedem Tage mehr die Idee verstärkt, dass alles, was heute sowohl politisch als (auch) sozial geschehe, falsch sei, nachdem sich die moderne Gesellschaft zu einem absolut unübersehbaren Komplex herausgebildet hat. - Meine Ansicht hat sich dahin erweitert, dass vieles neu zu beginnen habe, und dass wir manchen Schritt rückwärts machen müssen, um wieder vorwärts zu kommen. Nicht der Mensch soll den Menschen ausbeuten, sondern wir sind auf der Erde, um mit ihr zu leben."
Anmerkungen:
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