Robert Wilson: Andalusisches Requiem, Flexibler Einband
Andalusisches Requiem
- Roman
- Originaltitel: The Ignorance of Blood
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- Übersetzung:
- Kristian Lutze
- Verlag:
- Goldmann, 04/2010
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783442468027
- Umfang:
- 480 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2010
- Gewicht:
- 380 g
- Maße:
- 187 x 118 mm
- Stärke:
- 32 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.4.2010
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Beschreibung
Während Inspektor Javier Falcón versucht, die genauen Hintergründe eines blutigen terroristischen Anschlags in Sevilla aufzuklären, dem viele unschuldige Menschen zum Opfer fielen, wird er zu einem tödlichen Autounfall gerufen. Im Wagen des Toten befinden sich 7, 8 Millionen Euro und mehrere DVDs, auf denen hochrangige Männer aus Wirtschaft und Politik beim Sex mit Prostituierten zu sehen sind. Falcón findet schnell heraus, dass es sich bei dem Toten um Vasili Lukyanov handelt, einen russischen Mafioso, der im Begriff war, innerhalb der Mafia die Seiten zu wechseln und zum Paten Yuri Donstov überzulaufen.
Diesem werden enge Verbindungen zur sogenannten katholischen Verschwörung nachgesagt, die Falcón als Drahtzieher hinter dem Attentat vermutet. Er hat schon länger den Verdacht, dass fundamentalistische Christen den Anschlag inszeniert haben, um ihn islamistischen Kräften anzulasten und so die rechtskonservative Partei Fuerza Andalucía zu stärken. Als Falcón aber erfährt, dass einige seiner marokkanischen Verwandten in die Angelegenheit verwickelt sind, droht ihm der Fall zu entgleiten. Und sein Chef, Comisario Elvira, denkt laut über Falcóns Suspendierung nach.
Klappentext
Der 4. Fall für Inspektor Javier Falcón aus Sevilla Inspektor Javier Falcón versucht fieberhaft, die genauen Hintergründe eines blutigen terroristischen Anschlags in Sevilla aufzuklären. Doch eines Nachts wird er zu einem tödlichen Autounfall gerufen. Bei dem Toten handelt es sich um Wasili Lukjanov, einen russischen Mafioso. Diesem werden enge Verbindungen zur sogenannten katholischen Verschwörung nachgesagt, die Falcón als Drahtzieher hinter dem Attentat vermutet. Dann erfährt Falcón jedoch, dass einige seiner marokkanischen Verwandten in die Angelegenheit verwickelt sind, und der Fall droht ihm völlig zu entgleiten ...Auszüge aus dem Buch
Sevilla - Donnerstag, 14. September 2006, 19.30 Uhr
Der eiskalte Wodka rann durch Wasili Lukjanovs Kehle, während der Verkehr auf der neuen Autobahn von Algeciras nach Jerez de la Frontera an dem Parkplatz vorbeidonnerte. In der Hitze hatten sich sofort Schweißperlen in seinem dunklen Haar gebildet, als er neben dem offenen Kofferraum des Range Rover Sport stand. Er wartete auf die einbrechende Dunkelheit, weil er das letzte Stück bis Sevilla nicht bei Tageslicht fahren wollte. Er trank, rauchte, aß und dachte an die vergangene Nacht mit Rita. Die Erinnerung an ihren unglaublichen Mund erregte ihn sofort wieder. Mein Gott, sie wusste, wie sie es ihm zu besorgen hatte. Es tat ihm leid, sie zurückzulassen. Sie war perfekt abgerichtet.
Das Blut pulsierte heftig durch seine Halsschlagader, als er zu dem schwarzen Samsonite-Koffer blickte, der aufrecht neben der offenen Kühlbox mit den Champagner- und Wodka-Flaschen stand. Er nahm einen weiteren Bissen von seinem bocadillo, riss den Schinken genussvoll mit den Zähnen ab und schwenkte seinen eiskalten Wodka. Eine weitere sinnliche Impression der vergangenen Nacht mit Rita blitzte vor seinen Augen auf. Ihre celloartige Taille, die karamellfarbene Haut, weich wie ein Sahnebonbon unter seinen knetenden Fingern. Ein Krümel des Brötchens rutschte ihm in die Luftröhre. Er schnappte nach Luft, seine Augen traten hervor, bis er zuletzt würgend hustete. Ein zerkauter Klumpen Schinken und Brot segelte über das Dach des Range Rover. Ganz sachte, dachte er. Jetzt bloß nicht auf einem Autobahnparkplatz neben vorbeidonnernden LKWs ersticken, wo seine ganze Zukunft doch vor ihm lag.
Pepe Navajas hatte gerade die Stahlstangen, die zwanzig Säcke Zement und die Holzbretter für den Bau der verstärkten Betonsäulen verladen, die er neben dem Klempnerwerkzeug, der Sanitärkeramik und den Wand- und Bodenfliesen gestapelt hatte. Er würde für seine Tochter und seinen Schwiegersohn einen Anbau errichten, weil sie gerade Zwillinge bekommen hatten und in ihrem kleinen Haus in Sanlucar de Barrameda mehr Platz brauchten. Außerdem hatten sie kein Geld. Also hatte Pepe das gesamte Material so billig wie möglich gekauft und erledigte, weil sein Schwiegersohn handwerklich völlig unbegabt war, an Wochenenden auch die Arbeiten selber.
Pepe parkte den schwer beladenen Laster vor einem Restaurant in Dos Hermanas, ein paar Kilometer vor dem Anfang der neuen Autobahn nach Jerez de la Frontera. Er hatte ein oder zwei Bier mit den Jungs vom Baumarkt getrunken. Jetzt wollte er früh zu Abendessen und auf die Dämmerung warten, weil er sich vormachte, dass die Guardia Civil zwischen Dämmerung und Dunkelheit weniger aufmerksam war und erst später mit ihren Fahrzeugkontrollen begann, wenn wahrscheinlich mehr Leute betrunken am Steuer saßen.
Kurz nach 23 Uhr schaltete Wasili zum ersten Mal an diesem Tag sein Handy an. Er hatte der Versuchung widerstanden, bis er die Mautstelle auf dem letzten Stück Autobahn nach Sevilla passiert hatte, weil er wusste, was kam. Es war schon eine Weile her, seit er zum letzten Mal einen ganzen Tag für sich verbracht hatte, und er platzte förmlich vor Mitteilungsbedürfnis. Der erste Anruf ging nur Sekunden später ein und kam wie erwartet von seinem alten Waffenbruder Alexej.
"Bist du allein, Wasja?", fragte Alexej.
"Ja", sagte Wasili mit vom Wodka schwerer Zunge.
"Ich will dich nicht beunruhigen", sagte Alexej. "Sonst fährst du noch in den Graben."
"Rufst du an, um mich zu beunruhigen?", fragte Wasili.
"Wie wär's damit?", erwiderte Alexej. "Leonid ist aus Moskau zurück."
Schweigen.
"Hast du mich gehört, Wasja? Ich breche nicht zusammen oder irgendwas. Aber Leonid Revnik ist in Marbella." "Er sollte doch erst nächste Woche wieder hier sein." "Er ist früher zurückgekommen."
Wasili öffnete das Fenster einen Spalt und schnupperte die warme Abendluft. Es war stockfinster, flache Felder zu beiden Seiten der Straße, in der Ferne nur Rücklichter, kein Ge
Biografie (Robert Wilson)
Robert Wilson, 1957 in England geboren, studierte an der Universität von Oxford. Er lebt abwechselnd in England, Spanien und Portugal. Für seine Thriller erhielt er bereits zahlreiche Preise.Anmerkungen:
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