Gottland
Reportagen
- Buch

- Erscheinungstermin: 6.3.2008
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Detailinformationen
Anmerkungen
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Inhaltsangabe
Kein Schritt ohne Bata Der Lucerna-Palast Nur eine Frau Wie kommen Sie denn mit den Deutschen zurecht? Der Liebesbeweis Das Liebesopfer Sie ist keine Attrappe Liebchen Volkskonzern Das Leben ist ein Mann Bessere PR Frohes Fest! Der Tragödienjäger Kafkárna Der Film muß gedreht werden Die Verwandlung Martin Pollack Anmerkungen des Autors
Rezension
"Ein polnischer Reporter legt seine gesammelten Reportagen über Tschechien vor. Warum sollten sich deutschsprachige Leser ausgerechnet dafür interessieren? Nun, weil der 1966 geborene Mariusz Szczygiel meisterliche Prosa schreibt, die zwar nicht fiktional, aber äusserst kunstvoll ist. Und weil es dem genauen Beobachter und originellen literarischen Arrangeur gelingt, sein Nachbarland so zu zeigen, dass nicht nur die Tschechen und ihre Nachbarn staunen werden." Karl-Markus Gauss Neue Zürcher Zeitung
Klappentext
Im Juli 2006 wurde bei Prag ein Musuem für Karel Gott eröffnet. "Gottland" prangt in Neonlettern über dem Eingang. Das Personal führt die Besucher in drei Sprachen durch die Räume. "Eine Welt ohne Gott ist nicht möglich, deshalb spielt der Sänger im atheistischsten aller Länder die entsprechende Rolle", bemerkt Mariusz Szczygiel, der diesem Land eine Reportagensammlung gewidmet hat. Sie gehört zum besten, was zur Zeit an polnischer Literatur zu lesen ist. Szczygiel erzählt von Menschen des 20. Jahrhunderts, die im kollektiven Bewußtsein bis heute eine Rolle spielen: von der Schauspielerin Lída Baarová, der Geliebten von Goebbels, dem Bildhauer Otokar svec, der das Stalin-Denkmal in Prag schuf und an diesem monströsen Werk zugrunde ging, bis hin zu der Sängerin Marta KubiSová, die nach jahrzehntelangem Verbot erst nach 1989 wieder auftreten durfte. Mit trockenem Humor, prägnant und ohne ein überflüssiges Wort schildert er die oft tragischen, absurden Lebensläufe: ein fortlaufender Bericht aus einem kafkaesken Land, in dem die Angst die Hauptrolle spielte, eine Angst, wie sie in Polen nicht denkbar gewesen wäre. Vermutlich ist es die Erfahrung dieses kleinen, aber bedeutsamen Unterschieds, die "Gottland" - oder "Kafkania" - seine Eindringlichkeit und Allgemeingültigkeit verleiht.
Biografie:
Esther Kinsky, geboren 1956, hat Slawistik und Anglistik in Bonn und Toronto studiert. Sie arbeitet als Übersetzerin aus dem Polnischen, Englischen und Russischen. Ihr übersetzerisches Oeuvre umfasst u. a. Werke von Ida Fink, Hanna Krall, Ryszard Krysnicki, Aleksander Wat, Joseph O'Connor und Jane Smiley. Esther Kinksy lebt in Berlin. 2009 wurde sie mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet und 2011 erhielt sie den Karl-Dedecius-Preis.