Julia Onken: Herrin im eigenen Haus drucken
Julia Onken
Herrin im eigenen Haus
Weshalb Frauen ihr Selbstbewußtsein verlieren und wie sie es zurückgewinnen
Detailinformationen
Anmerkungen
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Kurzbeschreibung
Hoch aktuelles Frauenthema, heftig gegen den Strich der gängigen Meinung gebürstetKlappentext
Wer glaubt, die Frauenbewegung hätte es längst geschafft, dass Frauen gleichberechtigt in Gesellschaft und Beruf etabliert sind, der irrt gewaltig. Noch immer bestimmt das männlich-dominierte Denken, was Weiblichkeit ist, noch immer fühlen sich Frauen viel zu oft minderwertig, unzufrieden und zutiefst verunsichert und verharren in belastenden Beziehungen. Die bekannte Psychologin und Bestsellerautorin Julia Onken geht in diesem Buch der Frage nach, warum Frauen an mangelndem Selbstbewusstsein leiden, warum sie sich in ihrem Selbst nicht zu Hause, sich nicht als Herrin ihrer selbst fühlen. Sie appeliert ab alle Frauen, Stellung zu beziehen, ihren häufig verschütteten Wünschen und Bedürfnissen nachzuspüren und sich ihrer ureigenen Stärke bewusst zu werden. Ein engagiertes und kämpferisches Buch zu einem Thema, von dem vor allem Männer glauben, es gehöre längst der Vergangenheit an.Auszüge aus dem Buch
Fremd im eigenen HausAchtung, bissiger Hund
Frederic geht heute Abend zum Karate. Huck! Zack! Arme und Beine durch die Luft schleudern, den Fuß mit Schwung ins gegnerische Gesicht schmettern. "Du solltest die schüchternen Häschen aus der Anfängerklasse sehen! Bereits nach einem halben Monat haben sie einen anderen Blick. Nach zwei Monaten blicken sie kühn. Und ein halbes Jahr später kommt ihnen kein Mann mehr zu nahe."
Frederic will mich seit langem dazu überreden, an einem Karatekurs teilzunehmen. Ich will nicht. "Schließlich bin ich Psychologin, kümmere mich um Hintergründe und schlüssele Zusammenhänge auf", argumentiere ich. "Eben", erwidert er, "man sieht ja, wie weit du damit kommst."
Der Abend wird lang ohne ihn. Alleine zu Abend essen. Mit dem Hund spazieren gehen. Aber schließlich sind Hundebesitzerinnen gegen Alleinsein gefeit. Da schnauft und keucht stets ein warmer Atem in die Nacht, wenn das Bett nebenan leer bleibt, oder am Sonntagmorgen, der da festlich vor einem liegt, so trostlos heiter, wenn feierlich aufkeimende Gefühle nicht mit einer anderen Menschenseele geteilt werden können. Da tröstet die feuchte Hundeschnauze, und die Hundehaare im Tee und am schwarzen, frisch gereinigten Kostüm nerven köstlich.
Wir drehen unsere Runden. Gehen stets zur gleichen Uhrzeit die gleichen Wege.
Der feuchte Nebel mag nicht so recht zur Jahreszeit passen. Schemenhaft zeichnet sich ein nahendes Auto ab. Es hält an. Etwas kleines Vierbeiniges hüpft heraus. Es ist noch viel zu früh, um meinen Schäferhund an die Leine zu legen. Der über zweijährige Tierheimaufenthalt hat sein Aggressionspotenzial derart gestärkt, dass er auf alle anderen Hunde stürzt, mörderisch rauft und vor allem zubeißt. Ich bin also vorsichtig, will nichts riskieren, nehme ihn früher als nötig an die dicke Leine und halte sie mit beiden Händen fest.
Der Hundebesitzer kommt näher, vor ihm kaspert der kleine Fox herum, hüpft vergnügt vor ihm her. Und ehe ich mich umsehe, springt der niedliche Hund auf uns zu, ich will ihn abwehren, er aber fasst es wohl als besondere Einladung auf und landet direkt meinem Hund vor den Füßen.
Der Rest vollzieht sich schnell: Rony beißt mitten in das Tier hinein, das Blut spritzt, er wirft seinen großen Kopf hin und her und schüttelt den verletzten Hund, der in seiner Schnauze wie ein lebloses Spielzeug hängt. Ich schlage schreiend mit der Lederleine auf Rony ein, was ohne jegliche Wirkung bleibt. Und mitten in diesem schrecklichen Kampf fällt mir ein, wie Frederic die ersten Überfälle von Rony auf andere Hunde noch zu einem akzeptablen Ende führen konnte, indem er am hinteren Lauf zog. Und genau das mache ich mit meiner ganzen Kraft. Rony versucht sein Gleichgewicht zu halten, derweil ihm der Fox aus der Schnauze fällt. Der Hundebesitzer greift sofort nach dem blutenden Tier, während ich Rony an der Leine nach Hause zerre, wo ich ihn einsperre und sofort zur Unglücksstelle zurückeile. Der Hundebesitzer versucht, das überall herausschießende Blut zu stillen. Er schreit, ich solle ein Auto herbeischaffen. Atemlos laufe ich nochmals zurück und hole meines. Wir versuchen vorsichtig, das schwer verletzte Tier auf den Rücksitz zu betten. Beim Tierarzt wird geröntgt und genäht, und ich bezahle die Rechnung. Dann überreicht mir der Hundebesitzer seine Visitenkarte und verlangt die meine, da, so meint er, ich noch von ihm hören werde.
Zwei Wochen später überreicht er mir noch weitere Rechnungen, diejenigen einer chemischen Reinigung, einer Lederwarenboutique für eine neue Lederjacke und eines Schuhgeschäftes. Auch ich habe Mühe mit dem beigen Ledersitz in meinem Auto. Die Flecken sitzen tief.
Nachdem alle Rechnungen bezahlt sind, erzähle ich diese Geschichte beiläufig einem befreundeten Rechtsanwalt. Dieser klärt mich auf: Wenn ich meinen Hund an der Leine führe und ein anderer Hundebesitzer den seinen frei herumspringen lässt, ist der andere für alles, wa

