Henri Loevenbruck: Der Ring, Flexibler Einband
Der Ring
- Roman. Deutsche Erstausgabe
- Originaltitel: La Moira 1: La Louve et l' enfant
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- Übersetzung:
- Michael von Killisch-Horn
- Verlag:
- Blanvalet, 12/2006
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783442243839
- Umfang:
- 429 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2006
- Gewicht:
- 331 g
- Maße:
- 185 x 116 mm
- Stärke:
- 33 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.12.2013
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Kurzbeschreibung
Ein Ring, den die 13-jährige Alea einem Toten vom Finger zieht, verleiht ihr ungeahnte magische Kräfte - und erregt die Aufmerksamkeit der Herrscher und Despoten von Gaelia. Doch das Mädchen misstraut der Zuwendung der mächtigen Männer und ergreift die Flucht. Und während sich ein Krieg zwischen den verschiedenen Völkern der Inseln von Gaelia zusammenbraut, erfährt Alea bei den Druiden von der schicksalhaften Bedeutung ihres Rings. Sie erkennt aber auch, dass selbst die weisen Männer ihr gefährlich werden können, denn auch sie sind von einem Verlangen nach Macht und Einfluss besessen ...
Klappentext
Die bezaubernde junge Heldin Alea soll die Retterin eines ganzen Reiches werden. Ein Ring, den die 13-jährige Alea einem Toten vom Finger zieht, verleiht ihr ungeahnte magische Kräfte - und erregt die Aufmerksamkeit der Herrscher und Despoten von Gaelia. Doch das Mädchen misstraut der Zuwendung der mächtigen Männer und ergreift die Flucht. Und während sich ein Krieg zwischen den verschiedenen Völkern der Inseln von Gaelia zusammenbraut, erfährt Alea bei den Druiden von der schicksalhaften Bedeutung ihres Rings. Sie erkennt aber auch, dass selbst die weisen Männer ihr gefährlich werden können, denn auch sie sind von einem Verlangen nach Macht und Einfluss besessen ... Ein hinreißendes »All-Age«-Abenteuer!Auszüge aus dem Buch
Das Gedächtnis der Erde ist ein anderes als das der Menschen. Man glaubt, alles über die Geschichte und die Welt zu wissen, aber es gibt vergessene Zeitalter, in denen sich tausend Wunder begegneten, die heute verschwunden sind. Nur die Bäume erinnern sich, und der Himmel und der Wind. Und wenn ihr euch eines Sommerabends mit aufgeschlossener Seele ins Gras legt und ihnen zuhört, werdet ihr vielleicht diese Geschichte aus einer anderen Zeit im Lande Gaelia vernehmen, die Geschichte von der weißen Wölfin und dem Mädchen, das Alea genannt wurde. / An jenem Abend, in der Grafschaft Sarrland, zu jener Zeit, die das Dritte Zeitalter genannt wurde, weinte ein Mädchen im Sand der Heide. / So weit das Auge reichte, war nichts zu sehen als dieses in Lumpen gehüllte Mädchen, das da im Licht der letzten Sonnenstrahlen kauerte, dort, wo die Spur seiner Fußabdrücke endete. Der Wind pfiff um sie herum. Ein trockener, heißer Wind, der die Fuchsschwanzbüsche mit sich riss und Wolken weißen Sandes aufwirbelte. Der Geruch fernen Dunstes erfüllte bereits die Luft des sich neigenden Tages. / Sie saß mitten im Nirgendwo, verloren im Hin und Her des schwankenden Lufthauchs. Strähnen ihres wirren Haars peitschten ihr Gesicht, das kaum zu erkennen war. Sie hatte den Kopf tief zwischen die Schultern gezogen, und ihre tiefblauen Schlitzaugen wurden immer nur für kurze Augenblicke hinter dem flatternden Schleier ihres Haars sichtbar. Ihre kindliche Gestalt zeichnete sich unter ihrem Hemd ab, das von launischen Windböen knatternd bewegt wurde. / Sie tauchte ihre Hände in den Boden und füllte sie mit Sand, den sie langsam durch ihre Finger gleiten ließ. Die Sandkörner glitten nacheinander zwischen ihnen hindurch, als wollten sie die Zeit messen, die in Zeitlupe zu verstreichen schien, solange das Blasen des Windes die Geräusche des Lebens übertönte. Das Gor-Draka-Gebirge im Süden war so alt, dass einem die Jahre zu seinen Füßen wie Sekunden vorkamen. Und es war so hoch, dass die Menschen in seiner Nähe nichts als Staubkörnchen waren, die eine Frühlingsbrise hätte fortwehen können, nichts als kleine, im großen Spiel des Schicksals, der Moïra, herumgeschubste Stückchen Leben. / Alea fragte sich, ob die Moïra sie nicht im Stich gelassen hatte, und zwar für immer diesmal. Sie fühlte sich so allein! / Sie hob das Kinn, um ihr dreizehnjähriges Gesicht, das zugleich so fein und so dunkel, so hart und so zart war, dem Wind auszusetzen. Dunkle Spuren zogen sich über ihre Wangen, das Andenken getrockneter Tränen. Sie war anders, und das hatte man ihr tausendmal zu verstehen gegeben. Sie sah nicht wie die Sarrländer aus. Alles an ihr unterschied sie von den anderen Dorfbewohnern: ihr schlanker Körper, ihre dunkle Haut, ihre Schlitzaugen und ihr wildes, langes, widerspenstiges schwarzes Haar. / Die Sandkörner rieselten wie eine goldene Dusche in ihr Haar und über ihren Körper. Sie ließ die Hände zwischen ihre Knie fallen und fing erneut zu graben an, um ihre Wut, ihre Tränen und den Schmerz zu vergessen, der in ihrem Unterleib tobte. Einen solchen Schmerz hatte sie noch nie verspürt. Es war, als würde man ihr mit der Faust in den Bauch und die Nierengegend schlagen. Sie verstand es nicht. Und wie immer, wenn sie traurig war, war sie zum Weinen in die Heide gegangen, zur Erde, allein mit einer Natur, die ihr zuzuhören schien. / Dies war kein Tag wie die anderen, sie hatte es gleich morgens begriffen. Die Dorfbewohner hatten sie wieder mal fortgejagt, und das war einmal zu viel. Und der Schmerz, der sich von ihren Hüften bis in ihren Bauch ausbreitete, hatte die Sache auch nicht besser gemacht. Aber noch wusste sie nicht, dass sie drauf und dran war, eine phantastische Geschichte zu erleben, so phantastisch, dass sie es verdiente, auch viel später noch, bis heute, auf diesen Seiten, erzählt zu werden. / Denn plötzlich stieß ihre Hand gegen etwas im Sand. / Die Legende erzählt, dass etwas früher,
Biografie (Henri Loevenbruck)
Henri Loevenbruck wurde 1972 in Paris geboren. Er studierte an der Sorbonne englische und amerikanische Literatur und lebte danach einige Zeit im englischen Canterbury, bevor er nach Paris zurückkehrte. Er arbeitete einige Jahre als Journalist, gründete das Science-Fiction Magazine und begann selbst Romane zu schreiben. Er lebt in einem Vorort von Paris.Anmerkungen:
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