Geständnis einer Maske
Roman
- Buch

- Erscheinungstermin: 15.1.1985
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Detailinformationen
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Kurzbeschreibung
Starkes Interesse an Personen, die mit Exkrementen oder Torturen zu tun haben, deuten früh auf ungewöhnliche Neigungen des Ich-Erzählers, der bei seiner Großmutter aufwächst. Im Verlauf seiner weiteren körperlichen Entwicklung, bei der er u. a. seine erste Ejakulation im Anblick des Märtyrerbilds des heiligen Sebastian von Guido Reni erlebt, wird er sich seiner sado-masochistischen Fixierung und seiner Homosexualität bewusst. Zwar begehrt er einen Mitschüler, in der Öffentlichkeit bemüht er sich aber um Mädchen. Er befreundet sich mit Sonoko, der Schwester eines Freundes, mit der er einen ersten Kuss austauscht. Als der Krieg zu Ende ist, versucht er seine >>Jungfernschaft<< in einem Bordell zu verlieren, was ihm jedoch nicht gelingt. Kurz danach sieht er die inzwischen verheiratete Sonoko zufällig wieder und geht mit ihr in ein Tanzlokal, vergisst sie aber über den Fantasien, die ihn beim Anblick eines jungen Mannes überkommen. Die geheimen Wünsche des Ich-Erzählers liegen während der Romanhandlung im Widerstreit mit den Erwartungen der Umwelt. Die Darstellung der sexuellen Entwicklung des Protagonisten steht daher stellvertretend für das Außenseitertum eines Menschen, der sich der herrschenden Ordnung nicht anpassen kann.
Klappentext
Der große japanische Autor Yukio Mishima stellt in seinem Roman mit analytischer und erzählerischer Kraft ein Seelendrama dar: die allmähliche Selbstentdeckung eines Außenseiters, eines Homosexuellen. In der Rückschau des Erzählers, die die eigene Kindheit und Jugend erforscht, werden frühe Züge seiner Veranlagung deutlich. Die ersten berührungen mit dem anderen Geschlecht werden durch ein Gefühl der Befremdung, der kritischen Distanz irritiert. Um zu der Welt des Normalen eine Beziehung herzustellen, greift er zur Maske. Die Maske ist ihm aber nicht Mittel zur Täuschung und Möglichkeit des Verstecks, sondern der Versuch, eine neue Identität zu gewinnen: er befreundet sich mit dem Mädchen Sonoko und denkt an Heirat. Aber zugleich wird er sich bewußt, daß seine Veranlagung unüberwindlich ist. Der Roman mit autobiographischen Zügen gilt als ein bedeutendes Zeugnis der poetischen Kraft Yukio Mishimas.
Biografie:
Yukio Mishima (1925-1970) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Sprecher der jungen Generation, deren Heimatlosigkeit er zum Thema seines Werkes machte. Mit den vier großen Romanen "Schnee im Frühling", "Unter dem Sturmgott", "Der Tempel der Morgendämmerung" und "Die Todesmale des Engels", zusammengefasst unter dem Obertitel "Das Meer der Fruchtbarkeit", schloß er sein literarisches Werk ab, bevor er sich 1970 das Leben nahm.