William Gibson: Quellcode, Fester Einband
Quellcode
- Roman
- Originaltitel: Spook Country
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- Übersetzung:
- Stefanie Schaeffler
- Verlag:
- Klett-Cotta, 03/2008
- Einband:
- Fester Einband
- ISBN-13:
- 9783608937695
- Umfang:
- 448 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2008
- Gewicht:
- 550 g
- Maße:
- 211 x 135 mm
- Stärke:
- 29 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.3.2008
- Serie:
- Blue Ant
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Kurzbeschreibung
Hollis Henry wird angeheuert, für ein rätselhaftes Magazin zu schreiben. Schnell merkt sie, dass sie nicht auf eine neue Cyber-Kunstform angesetzt wurde, sondern auf einen Frachtcontainer voller Dollarnoten. Doch wofür ist das Geld? Ein Exil-Kubaner, der einen merkwürdigen Geheimcode beherrscht, und ein philosophierender Junkie kreuzen ihre Wege ... Ein Roman über undurchsichtige Bedrohungslagen, der unter die Haut geht.
Klappentext
Schillernde Figuren und eine spannungsgeladene Handlung verbindet William Gibson in seinem neunten Roman zu einer Innenschau unserer paranoiden, postmodernen Welt. Überall lauern im Quellcode unserer Gesellschaft Gefahren, die nicht mehr lokalisiert werden können. Die eigentlich Mächtigen bleiben virtuell. Ein Gefühl der Bedrohung liegt über allem. Dem Großmeister der Science-Fiction ist eine faszinierende Diagnose unserer Gegenwart gelungen, indem er die Voraussetzungen für den globalen Terror spürbar macht.Auszüge aus dem Buch
"Februar 2006
1. WEISSES LEGO "Rausch", sagte jemand im Handy von Hollis Henry."Node", sagte er.
Hollis machte die Nachttischlampe an. Das Licht fiel auf die am Vorabend geleerte Dose Asahi Draft aus dem Pink Dot und auf ihr mit Stickern zugepflastertes PowerBook, das zugeklappt schlummerte. Sie beneidete es. "Hallo, Philip."Node war derzeit ihr Arbeitgeber, wenn man das bei ihr so nennen konnte, und Philip Rausch der für sie zuständige Redakteur. Nach dem letzten Gespräch mit ihm war Hollis gleich hierher nach L. A. geflogen, was aber mehr mit ihrer schlechten finanziellen Lage zu tun hatte als mit Rauschs Überzeugungskraft, und hatte sich im Mondrian einquartiert. In der Art und Weise, wie Rausch den Magazinnamen aussprach, schwang etwas mit, dessen sie bald überdrüssig sein würde.
Sie hörte vom Badezimmer her, wie der Roboter von Odile Richard sanft irgendwo anstieß. "Bei Ihnen ist es jetzt drei", sagte er."Habe ich Sie geweckt?""Nein", log sie.
Odiles Roboter war aus Lego. Weiße Legosteine, darunter eine ungerade Anzahl weißer Räder mit schwarzen Reifen. Auf der Rückseite waren Dinger angeschraubt, die wie Solarzellen aussahen. Sie hörte, wie er sich geduldig, aber doch ohne System über den Teppich ihres Zimmers bewegte. Gab es Packungen mit ausschließlich weißen Legosteinen zu kaufen? Es passte hierher, wo so vieles weiß war. Hübscher Kontrast zu den ägäisblauen Tischbeinen. "Sie wollen Ihnen sein bestes Werk zeigen", sagte Rausch. "Wann?""Jetzt. Sie erwarten Sie vor Odiles Hotel. Dem Standard."Hollis kannte das Standard. Es war mit königsblauem Astroturf-Kunstrasen ausgelegt und im ganzen Gebäude warihrem Gefühl nach nichts und niemand älter als sie selbst. Hinter der Rezeption gab es so etwas wie ein Riesenterrarium, in dem sich manchmal ethnisch undefinierbare Bikini-Girls räkelten, als ob sie sich sonnten, oder große Bildbände betrachteten. "Haben Sie sich um die Hotelrechnung gekümmert, Philip? Beim Einchecken war sie noch auf meine Karte gebucht.""Es ist alles erledigt."Sie glaubte ihm nicht."Haben wir für diese Story schon eine Deadline?""Nein."Rausch seufzte genervt, irgendwo in einem London, das sie sich jetzt nicht vorstellen konnte und wollte. "Der Launch ist verschoben worden. Auf August."Hollis hatte noch niemanden vom Node kennen gelernt, auch niemanden, der für das Magazin schrieb. Es sollte wohl eine europäische Version von Wired sein, auch wenn sie das nie so sagten. Geld aus Belgien, via Dublin, Büros in London - oder, wenn keine Büros, dann zumindest dieser Philip. Der wie siebzehn klang. Siebzehn, und den Sinn für Humor hatte man ihm wohl rausoperiert. "Eine Menge Zeit also", meinte sie. Sie wusste nicht genau, was sie damit sagen wollte, hatte aber irgendwie ihr Bankkonto im Hinterkopf. "Odile wartet.""Okay."Hollis schloss die Augen und klappte ihr Handy zu."
Biografie (William Gibson)
William Gibson, geb. 1948 in South Carolina geboren. Er verliert früh seinen Vater und lebt bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr mit seiner Mutter in einer 2000-Seelen-Gemeinde in Virginia. Um seiner Vietnam-Einberufung zu entgehen, zieht er 1967 nach Kanada. Während seines Studiums der Englischen Literatur beginnt William Gibson Science-Fiction-Geschichten zu schreiben. William Gibson lebt mit Frau und Kind in Vancouver (Kanada).Biografie (Stefanie Schaeffler)
Stefanie Schaeffler, M.A., beschäftigt sich seit Jahren mit psychologischen, pädagogischen und Gesundheitsthemen. Sie hat drei Kinder im Alter von einem, fünf und siebzehn Jahren.Anmerkungen:
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