Zur Übersicht Tom Holland: Millennium drucken
Tom Holland
Millennium
Die Geburt Europas aus dem Mittelalter
Detailinformationen
Anmerkungen
Bitte beachten Sie, dass auch wir der Preisbindung unterliegen und kurzfristige Preiserhöhungen oder -senkungen an Sie weitergeben müssen.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:Dank
Vorwort
1 DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS.
2 DIE ALTE ORDNUNG WANDELT SICH ...
3 ... UND MACHT EINER NEUEN PLATZ
4 WESTWÄRTS.
5 DER JÜNGSTE TAG WIRD VERSCHOBEN
6 DAS JAHR 1066: HASTINGS UND WAS SONST NOCH GESCHAH
7 EINE UNBEQUEME WAHRHEIT
Zeittafel
Anmerkungen
Ausgewählte Literatur
Verzeichnis der Karten
Bildnachweis
Register
Rezension
""Millennium" ist ein Geschichtsbuch und Tom Holland der Steven Spielberg unter den Historikern. Sein Ehrgeiz beschränkt sich nicht darauf, das Waffenklirren und Blutvergießen jener Epoche in vielen dramatischen takes vorzuführen. Der Autor will außerdem eine Entstehungsgeschichte des modernen Europas erzählen, das sich aus dem Traum oder Alptraum des ausgebliebenen Auftritts des Antichrist im Jahre 1033 herausgebildet hat." (Manfred Schneider, Literaturen, 11 / 2009)"Mit viel Ironie und Sinn für die - oft abgründige - Psychologie seiner Figuren (Fürsten, Könige, Bischöfe, Kaiser, Päpste) und deren Drang zur Macht verdichtet er seine Geschichte Europas von Jesu Geburt bis zum dramatisch zugespitzten Gang nach Canossa, als König Heinrich IV. im Jahr im Büßergewand vor dem triumphierenden Papst Gregor VII. niederkniet sein soll." (Urs Hafner, NZZ, 12.10.2009)
Klappentext
Mit "Millenium" schließt Tom Holland an seinen weltweiten Erfolg "Persisches Feuer" an. Anno Domini 900: Von drei Himmelsrichtungen durch unerbittliche Feinde bedrängt, während in der vierten Richtung nur der Ozean lag, schien es, dass der christlichen Bevölkerung keinerlei Spielraum mehr blieb. Und im Schatten des Jahrtausendwechsels befürchteten viele, dass der Antichrist erscheinen würde, um die Welt in Blut zu ertränken und ihr Ende anzukünden. Doch das Christentum brach nicht zusammen. Vielmehr wurde in den Erschütterungen jener furchtbaren Zeiten eine neue Zivilisation geschmiedet. In weit ausholendem epischem Zugriff, der uns von der Kreuzigung Christi zum Ersten Kreuzzug mitnimmt, vom Prunk Konstantinopels zu den trostlosen Küsten Kanadas, ist "Millennium" die brillante Darstellung einer schicksalsträchtigen Revolution: dem Auftauchen Westeuropas als einer unterscheidbaren, expansionistischen Macht.Auszüge aus dem Buch
Der letzte Römische Kaiser"Pilger, die unterwegs waren zum Grab des Apostels Petrus, wussten, dass auf sie der Anblick einer Stadt wartete, wie es keine zweite im lateinischen Abendland gab. "O Rom", so hieß es in einem Hymnus, "herrliches Rom, Gebieterin des Erdkreises, es gibt keine Stadt, die dir gleichkommt, du erhabenste aller Städte!" 73 Sogar Besucher aus den großen Hauptstädten des Islam waren verblüfft: Ein muslimischer Kaufmann hielt bei seinem Weg auf die Stadt zu aus der Ferne die grün-grauen Kirchendächer der Stadt für Meereswogen. Auf Christen aus dem Norden muss der Eindruck einfach überwältigend gewesen sein. Nichts in ihrer dunklen, schlammigen Heimat war geeignet, sie auf das Schauspiel der alten Hauptstadt ihres Glaubens vorzubereiten. Dass eine Stadt sich einer Einwohnerschaft rühmen konnte, die über 25 000 Seelen umfasste; dass ihre Stadtmauern sich über weit mehr als 15 Kilometer erstreckten; dass diese Mauern eine anscheinend unendliche Anzahl von Heiligtümern umschlossen - all das musste man gesehen haben, um es glauben zu können. Als Otto III. in Rom eintraf, muss ihm die Stadt wie ein Traum, ein Reich des Wunderbaren vorgekommen sein.
Und sicher sah er in ihr auch die Erfüllung seines Schicksals. "Allein Rom, die Hauptstadt der Welt und Herrin der Städte, macht aus Königen Kaiser." Das war für die Völker im Norden Europas nichts Neues. "In ihrem Herzen birgt sie den Ersten der Heiligen, den Apostelfürsten, daher hat sie das Recht, wenn sie es wünscht, einen Fürsten über alle Reiche der Erde zu ernennen." 74 Die Ironie des Ganzen - dass die Stadt sich ihren Anspruch auf die Weltherrschaft durch das Blut sicherte, das von den heidnischen Römern vergossen worden war - war für die Gläubigen ein Quell immer neuen Entzückens. Dass Petrus über seine Peiniger gesiegt hatte, war in der gesamten Stadt augenfällig. Bauwerke, derentwegen Rom einst als das stolze Babylon, als "die Stadt des Teufels" gegolten hatte, 75 zerfielen wie die Glieder von Leprakranken. Armselige Hütten drängten sich an den Prunkstraßen vergessener Kaiser; über dem Kolosseum, das in den alten Tagen "purpurn glänzte vom Blut der Heiligen", 76 hing nun die Ausdünstung von Malariasümpfen und Massengräbern; auf dem Palatin stieß man nur noch auf den Schutt der Caesaren-Paläste. Überall lagen Trümmer, als wäre der Atemzug eines Engels durch die Szene gefegt; und wo die Trümmer aufhörten, fingen die offenen Felder an [...]"

