Ende des Weges
- Buch

- Erscheinungstermin: 13.11.2000
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Detailinformationen
Anmerkungen
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Kurzbeschreibung
Wir liefen schnell zu dem Lastwagen und stiegen in die Fahrerkabine. Er zeigte mir hinter dem Fahrersitz einen Platz, gerade noch ausreichend für zwei Kinder. Wir fanden einen Karton, der in diesen Hohlraum passte. Wir waren uns einig, dass es am sichersten wäre, wenn wir den Karton erst dicht vor der Grenze mit einem Klebeband verschließen würden. Länger als zehn bis fünfzehn Minuten würden die Kontrolle nicht dauern, meinte Ali. Nachdem jedes der Kinder eine Valium genommen hatte, reihte sich Ali mit seinem Fahrzeug in die Schlange der Wartenden ein. Langsam ging es voran. Wie verabredet, brachte ich Farhad in der Zwischenzeit zu Fuß über die Grenze. Er ging dort in den Duty-free-Shop, um hier auf uns zu warten. Als ich wieder zu Alis Lastwagen zurückgekehrt war, waren meine Tochter und der ältere meiner beiden Söhne inzwischen eingeschlafen. Wir packten die beiden nun so in den Karton wie Zwillinge im Mutterbauch, Die Füße des einen vor dem Gesicht des anderen. Während wir noch damit beschäftigt waren, die schlafenden Kinder zu verstauen, winkte Ali nachfolgende Lastwagenfahrer an uns vorbei. Er wurde immer nervöser und schimpfte: "Beeil dich! Alle haben verstanden, was wir hier tun. "Das jüngste der Kinder war immer noch nicht eingeschlafen, die Tablette schien bei ihm nicht wirken zu wollen. Ich versuchte, es schnell zu ermüden, indem ich es mehrmals rauf und runter, Hin und Her hob. Und endlich schlief es tatsächlich in meinen Armen ein. Wir legten es in das Fahrerbett und überdeckten es mit einigen Kleidungsstücken. Wir waren noch nicht an der Stelle angekommen, an der wir den Karton zukleben wollten, als meine Tochter zu weinen begann, Ali schrie nervös: "Na bitte, da siehst du es!" Schnell rückte er auf den Beifahrersitz, damit wir die Lehne zurück klappen und nach den Kindern schauen konnten. Meine Tochter war aufgewacht, weil ihr Bruder sie mit seinem großen Zeh in den Mund gestoßen hatte. Sie hatte Angst, als sie bemerkte, dass wir sie in einen Karton gepfercht hatten. Ich versuchte, die Beine ihres Bruders etwas zur Seite zu schieben, aber es war zu wenig Platz. Ich versprach ihr, ihr eine große Puppe zu kaufen, wenn sie noch ein paar Minuten ruhig bleiben würde. Aber sie war noch zu klein, um die Situation zu verstehen. Ich versuchte, ihr Angst einzujagen und schrie: "Kommen Sie her, verhaften sie die Kinder und geben Sie sie den Hunden zum Fressen!" Ali sagte: "Schau mal, da frißt ein Hund ein armes Kind! Schau mal sein Blut." Als sie dies hörte, unterdrückte meine Tochter ihr Weinen. Noch einmal versprach ich ihr eine Puppe und schob ihr ein Stück Schokolade in den Mund. Noch vor der ursprünglich geplanten Stelle verschloss ich dann den Karton mit einem Klebeband. Von da ab verging die Zeit unendlich langsam. Auch die Lastwagenkolonne kam nur schleppend voran. Ich wurde immer unruhiger, schaute immer öfter auf die Uhr und sah, wie der Sekundenzeiger die Atemluft im Karton auffraß...Ali schien zu spüren, dass ich drauf und dran war, meine Nerven zu verlieren. Er versuchte, mich etwas zu beruhigen und forderte mich dazu auf, auf Gottes Hilfe zu vertrauen. Jetzt war nur noch ein Lastwagen vor uns. Ali sah mich an und sagte:"Spring jetzt runter und geh! Wir treffen uns vor dem Duty-free-Shop. "Ich sprang von der rechten Wagenseite ab und ging zu Fuß weiter. Aber nach ein paar Schritten rief mich eine Stimme an: "Hey, wo gehst du hin?" Das war das erste Mal seit zwei Tagen, dass das jemand wissen wollte. Ich tat so, als hätte ich es nicht gehört. Aber die Stimme klang nun noch lauter:"Ich spreche mit dir. Wo willst du hin?" Ich versuchte ganz ruhig zu bleiben und drehte mich um. Es war ein Zollbeamter in Uniform, der in einer Glaskabine stand. Er schaute durch ein Fenster zu mir heraus. Mit scheinbarer Ruhe deutete ich auf mich und fragte:"Sprichst du mit mir? "Er winkte mich mit der Hand zu sich heran. Als ich neben das Glashäuschen getreten war, machte er eine Handbewegung als würde er mich fragen, wohin ich wolle. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass ich mit meinem Lastwagen Probleme hätte und seit zwei Tagen auf dem Parkplatz festsitzen würde. Jemand von meiner Firma sollte mir Ersatzteile bringen. Ich würde gehen, um nachzusehen, ob er schon gekommen sei. Ich zeigte ihm ein Papier von dem Hotel, in dem ich zwei Tage gewohnt hatte. Zu diesem Zeitpunkt stand Ali ganz vorne in der Reihe. Als er seine Papiere vorzeigte, versuchte er dem Grenzbeamten mit Händen und Füßen klar zu machen, dass ich sein Firmenkollege sei und mein Lastwagen auf dem Parkplatz stehen würde. Ein Beamter in Zivil gab mir Handzeichen, ich solle weitergehen. Ich nickte zum Dank mit dem Kopf und ging weiter, ohne mich noch einmal umzudrehen. An dem österreichischen Zöllner vorbeizukommen war problemlos. Keiner wollte etwas von mir. Voller Unruhe und Sorgen darüber, wie es den Kindern ginge, versuchte ich Farhad zu finden. Aber er war nicht da. Ich wartete am Straßenrand und starrte in Richtung Grenzübergang, bis Alis Lastwagen den österreichischen Zoll endlich passieren würde. Vielleicht taten meine Kinder in ihrem Karton jetzt die letzten Atemzüge...Ich hatte Sehnsucht nach Farhad oder einer anderen Person, die mich beruhigen würde. Ich fühlte mich in diesen schrecklichen Minuten wie gefoltert. Ich bebte am ganzen Körper und dachte, gleichzeitig mit meinen Kindern sterben zu müssen. Es gibt keine Worte für diesen Zustand, nein niemals. Endlich sah ich Ali kommen! Ohne Augen für irgend etwas anderes, lief ich mitten auf der Fahrbahn auf seinen Lastwagen zu. Erst als ich sah, dass mich Ali aufgeregt zur Seite winkte, wurde mir klar, dass ich mitten auf der Straße lief. Ich bemerkte nun, wie die Leute um mich herum verwundert die Szene beobachteten. Ich wich dem näherkommenden Lastwagen aus und sprang auf der Beifahrerseite auf, als Ali mir mit einem kurzen Stop Gelegenheit dazu gab. Als ich die Tür aufriß und mich setzen wollte, sagte Ali mit zittriger Stimme: "Ruhe!Kontrolliere deine Nerven und warte bis wir noch ein Stück weiter weggefahren sind und die Kinder herausholen können!Wo ist Farhad?"Ich sagte:"Woher soll ich wissen, in welcher Hölle er ist? Er ist einfach verschwunden."In diesem Augenblick sah auch Farhad den Wagen, er stürzte aus seinem Versteck hervor und sprang ebenfalls auf den Lastwagen auf. Farhad sagte: "Ich habe ein Polizeiauto gesehen und bin deshalb aus dem Duty-free-Shop in die Bank nebenan gegangen."Schnell drehte ich mich um, kniete auf den Sitz und räumte die Kleidungsstücke auf dem Bett zur Seite, in dem Masud lag. Zu diesem Zeitpunkt war das meine einzige Möglichkeit wenigstens nach dem Wohlergehen von einem meiner Kinder zu sehen. Ich legte meine Hand auf sein Gesicht, seine Stirn war schweißnass, aber seine Atmung war normal. "Wie geht's, mein Junge? Weißt du etwas von deinen Geschwistern oder hast du keine mehr?" Nach einigen hundert Metern hielt Ali an. Er klappte schnell den Fahrersitz nach vorne. Hastig öffneten wir gemeinsam den zugeklebten Karton."Ah, mein Gott!" Was ich sah, war ein Bild des Schmerzes. Ich war wie betäubt. Ich sah alles in Rot. Der nervliche Druck auf meinen gesamten Körper und meine Genitalien wurde so stark, dass das Sperma unter schrecklichen, ziehenden Schmerzen herausspritzte. Beide Kinder waren blau verfärbt.
Klappentext
Ende des Weges ist eine ergreifende Lebensgeschichte, über die Flucht eines alleinerziehenden Vaters mit seinen drei kleinen Kindern und deren unglaublich erscheinenden Erlebnisse in dieser Zeit. Eine Geschichte, die jeden Leser fesseln wird, so wird der Leser selbst zum Zeugen eines Lebens in seinen schwersten Situationen. Weitere Werkausschnitte: In naher Zukunft wird von mir ein Kurzgeschichtensammlung auf dem Markt erscheinen. Ich empfehle dieses Buch für jeden der manchmal sein Leben ohne Hoffnung und Humor betrachtet.