Matthias Pöhm: Nicht auf den Mund gefallen! drucken
Matthias Pöhm
Nicht auf den Mund gefallen!
So werden Sie schlagfertig und erfolgreicher
Detailinformationen
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Klappentext
Nie um eine Antwort verlegen zu sein, egal, wie unverschämt eine Frage, wie unfair eine Behauptung oder wie infam eine Unterstellung auch ist - das kann jeder lernen. Der erfolgreiche Rhetoriktrainer Matthias Pöhm vermittelt die Regeln der Schlagfertigkeit und bietet passende Entgegnungen für jedes Wortgefecht: witzig, diplomatisch oder auch ganz direkt. So punkten Sie wortgewandt bei Geschäftsgesprächen, öffentlichen Auftritten und in privater Runde.Auszüge aus dem Buch
DIOGENES war ein griechischer Philosoph der Antike, der in einem Fass lebte. Er hatte einen berühmten Zeitgenossen und Bewunderer: Alexander der Große. Alexander hatte das größte bis dahin existierende Reich erobert, war unumstrittener Herrscher fast über die ganze damals bekannte Welt und hatte Macht über alles im Staat. Obwohl Alexander sich als Nachfahre der Götter sah, hegte er eine große Bewunderung für Diogenes, den Philosophen, der in äußerster Bescheidenheit lebte. Die Bewunderung war allerdings nicht wechselseitig. Eines Tages kam Alexander zu Diogenes und sagte selbstherrlich zu ihm: "Diogenes, nenne mir irgendeinen Wunsch, egal, was es ist, ich werde ihn dir erfüllen." Darauf sagte Diogenes zu Alexander dem Großen: "Geh mir aus der Sonne."Das ist eine Erwiderung, von der wir uns wünschen, sie wäre uns selbst eingefallen. Geistreich, doppeldeutig, mit einem versteckten Hieb. Das ist Schlagfertigkeit in Reinkultur.
Dieses Buch beschäftigt sich mit der Schlagfertigkeit unter dem Aspekt der Nachahmbarkeit. Philosophische Antworten wie die von Diogenes lassen sich nicht schematisieren. Aber ich stelle Ihnen genügend Reaktionsmuster vor, damit Sie nie wieder um eine wirksame Antwort verlegen zu sein brauchen.
Viele Menschen haben das Problem, dass sie in einer Situation, in der sie sich ungerechtfertigt angegriffen fühlen, sprachlos bleiben. Und erst Stunden später fällt ihnen ein, welchen brillanten Satz sie in dieser Situation hätten erwidern können.
Meine Nichte Michaela finanziert ihr Studium mit Nebenjobs. Eines Tages wurde sie engagiert, um bei einer Vernissage zu servieren. Andreas, ein weitläufiger Bekannter von ihr, war ebenfalls von der Veranstalterin engagiert, um Fotos zu machen. Er gehörte zu jener Art von Mensch, die sich zwar gerne zur Schicki-Gesellschaft dazuzählen, aber in Wahrheit immer nur am äußeren Kreis der Society dahindümpeln.
Irgendwann, während die Gäste die Bilder anschauten, ging er auf Michaela zu, musterte sie von oben bis unten und grinste verspannt: "Du siehst professionell aus. Aber ein kleiner Tipp: Du wirst hier bezahlt, um zu lächeln. Hast du mich verstanden?" Dann schlenderte er betont lässig weiter.
Als Michaela bewusst wurde, dass sie spontan etwas hätte erwidern müssen, war er schon außer Hörweite. Wut kam hoch: "Was bildet sich der eigentlich ein? Er ist genauso von der Gastgeberin engagiert wie ich. Der hat mir absolut nichts zu sagen. Und dann noch so von oben herab."
Sie können sich sicher vorstellen, wie sich Michaela danach das Hirn zermartert hat, was sie am besten hätte erwidern sollen.
Jeder hat solch hilflose Wut schon einmal erlebt. Mit der richtigen Strategie und der richtigen Grundeinstellung gelingt es in solchen Situationen, schnell zu reagieren. Nicht in 100 Prozent aller Fälle, aber wesentlich häufiger, als wenn man ohne Strategie in die Situation geht.
Die zwei Grundformen der Schlagfertigkeit
Im Bayerischen Fernsehen gab es eine Talkshow mit Ottfried Fischer, genannt Ottis Schlachthof. Eines Tages war die Kabarettistin Hertha Schwätzig bei ihm zu Gast; Hertha Schwätzig kommt aus der emanzipierten Frauenszene. Nun saß sie inmitten einer Talkrunde von vier Männern. Ottfried Fischer sagte während des Interviews zu Hertha: "Mir ist aufgefallen, dass Frauen, die feministisches Kabarett machen, großen Mut zur Hässlichkeit haben." Darauf erwiderte Hertha Schwätzig: "Also, wenn du damit sagen willst, dass Emanzen immer hässlich sind, dann säße ich ja mit lauter Emanzen am Tisch!"
Das war eine schlagfertige Antwort. Hertha Schwätzig hat im Gegensatz zu meiner Nichte direkt reagiert. Da wird jemand angegriffen, der lässt sich aber nicht unterkriegen und kontert sofort. Das ist die erste Bedeutung des Wortes Schlagfertigkeit in der deutschen Sprache. Ich nenne sie die "Erwiderungsfertigkeit".
Schauen wir uns aber die drei nachfolgenden Beispiele an:
? Herr Brunner läuft mit großer Eile auf eine Bürotür z

