Margit Sandemo: Die Saga vom Eisvolk 03. Der Abgrund drucken

Margit Sandemo

Die Saga vom Eisvolk 03. Der Abgrund

Roman
  • Buch i
  • Erscheinungstermin: 10.9.2007
  • Verfügbarkeit: versandfertig innerhalb 24 Stunden i

Detailinformationen

  • Blanvalet Taschenbuchverl, 09/2007
  • Originaltitel: Sagan om Ísfolket 3: Avgrunden
  • Einband: Kartoniert / Broschiert
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783442367610
  • Bestellnummer: 3003974
  • Autor: Margit Sandemo
  • Übersetzung: Dagmar Mißfeldt
  • Umfang: 336 Seiten
  • Gewicht: 263 g
  • Maße: 183 x 115 mm
  • Stärke: 24 mm

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Rezension

"Margit Sandemos Saga vom Eisvolk' ist so typisch für die skandinavische Kultur wie Nils Holgersson, Sofies Welt' und das Neujahrsskispringen auf dem Holmenkollen!" Gabriele Haefs

Klappentext

Tengels Nichte Sol ist zu einer schönen, jungen Frau herangereift und befindet sich auf dem Weg in die große Welt. Endlich ist sie frei ... Frei, um auf die Suche nach anderen Hexen zu gehen. Frei, um den Fürsten der Dunkelheit anzubeten, und frei, um endlich ihre lang gehegten Träume zu verwirklichen. Aber Sol ist nicht nur vom Bösen besessen. Für ihre Familie würde sie durchs Feuer gehen - und sogar ihr eigenes Leben opfern ...

Auszüge aus dem Buch

In den Baumkronen dröhnte ein schwerer Choral. Es brauste und murmelte in tiefen Tönen, als sänge ein Chor von Mönchen in einer riesigen Kathedrale düstere Lieder von Kummer und Unglück. Die Kiefern schwangen im Sturm hin und her, bogen sich, dass die Zweige knackten und knirschten. Ein bleicher Herbstmond lugte ab und zu hinter den über den Himmel jagenden Wolken hervor.
Sol lächelte, während sie durch den Wald lief. Das stürmische Wetter hallte in ihr wider wie ein Rausch.
Jetzt war sie erwachsen und frei, frei wie der Wind, der durch die Baumwipfel fegte. In der Hand hielt sie Hannas Bündel, das sie an diesem Tag von Tengel zurückbekommen hatte, hielt es fest an ihre Brust gedrückt. Vor ein paar Stunden hatte sie von allen zu Hause auf Lindenallee Abschied genommen.
Jetzt war ihre Zeit gekommen.
Ihr kleiner Bruder Are hatte sie auf dem Weg zum Hafen in Oslo begleitet, wo ein Schiff zur Überfahrt nach Dänemark abfahrtsbereit lag. Sie waren gemeinsam den Weg entlanggeritten, aber ungefähr auf halber Strecke hatte Sol plötzlich darauf bestanden, allein eine Abkürzung durch den Wald zu nehmen. Are hatte schließlich nachgegeben, sich ihre Reisetruhe aufs Pferd geladen und war mit ihrem Pferd neben seinem weitergeritten, um dann am Ende des Waldes wieder mit ihr zusammenzutreffen. Er wollte trotz allem sichergehen, dass sie wohlbehalten am Schiff ankam.
Charlotte von Meiden hatte Sol zu einer Passage nach Dänemark verholfen. Das Mädchen sollte eine ältere adelige Dame begleiten, die sich ängstigte, die lange Schiffs reise ohne Gefolge zu machen. Die Familie hatte diesen Schritt gewagt, weil Sol sich die letzten fünf Jahre mustergültig betragen hatte. Doch nun war sie so rastlos, dass man sie nicht länger zurückhalten konnte.
Doch, sie hatte sich ordentlich betragen. Allein deshalb, um die Erlaubnis zu bekommen, sich ihrem geliebten Handwerk wieder widmen zu können sobald sie erwachsen war.
Ach, es war oft schrecklich gewesen! Jedesmal, wenn sie am Wegesrand Bilsenkraut oder Wasserschierling stehen sah, hatte es ihr in den Fingern gekribbelt. Oder wenn sich jemand ihren Familienangehörigen gegenüber nicht anständig benommen hatte. Einmal hatte sie sogar eine Puppe angefertigt, eine Nachbildung einer der Damen bei Hofe, die sich verächtlich über Charlotte geäußert hatte. Sol war es gelungen, sich eine Haarsträhne dieser Edelfrau zu beschaffen, hatte sie in die Puppe eingenäht und wollte dieser gerade eine Nadel direkt ins "Herz" stechen, als sie sich im letzten Augenblick doch noch eines Besseren besann. Sie durfte das nicht, das hatte sie Tengel hoch und heilig versprochen. Sie hatte die Puppe vernichtet, und ihr gutes Gewissen war damit wieder hergestellt. Trotzdem grämte sie sich, weil sie nicht erfuhr, ob sie noch immer in Besitz ihrer besonderen Kraft war.
O ja, die besaß sie noch immer. Für immer! Tengel war sehr zufrieden mit der Arbeit, die sie unter den Kranken verrichtete. Mittlerweile vertraute man ihr genauso sehr wie ihm. Manchmal allerdings hatte sie zu allzu drastischen Mitteln gegriffen, um sie zu kurieren; doch sie war dabei so vorsichtig vorgegangen, dass niemand etwas bemerkt hatte.
Und sie hatte auch niemandem geholfen, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen, auch nicht, wenn sie den Eindruck hatte, dass einige von ihrem Dasein in Krankheit und Leid befreit werden wollten. Bis auf wenige Male, aber das waren ja nur Bagatellen, die nicht weiter ins Gewicht fielen, dachte sie arglos. Sie hatte es auch nur getan, um nicht ganz aus der Übung zu kommen.
Aber jetzt war die Zeit des Stillhaltens vorüber.
Sie hatte nicht durch den Wald reiten wollen. Sie wollte den Wind in ihrem Gesicht und die Erde unter den Füßen spüren und wissen, dass all das ihr gehörte; sie wollte den Sturm um sich herum hören und dem Mond entgegenlachen.
"Ich bin frei, Hanna", flüsterte sie. "Ich bin frei! Jetzt beginnt unsere Zeit!"
Ihre eignen Pläne der Dänemarkfahrt st

Biografie (Margit Sandemo):

Margit Sandemo wurde 1924 geboren und lebt in Norwegen. Sie ist eine der meistgelesenen skandinavischen Autorinnen.

Biografie (Dagmar Mißfeldt):

Dagmar Mißfeldt, 1964 in Hamburg geboren und aufgewachsen, studierte nach vielen Besuchen in den nordischen Ländern die beiden Hauptfächer Skandinavistik und Finnougristik in Hamburg, Göttingen und Turku (Finnland), dort 1989 sowohl an der schwedischsprachigen Åbo Akademi als auch an der finnischsprachigen Turun yliopisto. Der Magister-Abschluß folgte 1993. Heute lebt sie wieder in Hamburg und arbeitet seit 1994 als freie Literaturübersetzerin für Finnisch und Schwedisch sowie Norwegisch und Dänisch und ist Mitherausgeberin und -übersetzerin nordischer Anthologien. Daneben ist sie seit vielen Jahren an der Universität Lüneburg und der Universität Hamburg als Lehrbeauftragte für Schwedisch tätig.

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