Léon Wurmser: Flucht vor dem Gewissen drucken
Léon Wurmser
Flucht vor dem Gewissen
Analyse von Über-Ich und Abwehr bei schweren Neurosen
Detailinformationen
Anmerkungen
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Beschreibung
Bei der psychoanalytischen Behandlung schwerer, aber nicht psychotischer Psychopathologie führt die ebenso konsequente wie einfühlsame Analyse der inneren Konflikte - mit besonderer Beachtung der Über-Ich-Übertragung - zu wesentlich anderen Ergebnissen, als es nach dem heute verbreiteten Verständnis solcher Krankheitsbilder, die man gemeinhin der "Borderlinepathologie" zurechnet, zu erwarten wäre. Dynamisch stellt sich der Wiederholungszwang vorwiegend als eine Flucht vor dem Gewissen dar, die mißlingt. Wiederholte selbstzerstörerische Handlungen und die damit verbundenen Identitätsspaltungen bilden eine Abfolge von Lösungen bestimmter Loyalitätskonflikte sowie des Schuld-Scham-Dilemmas. Der Autor beschreibt diese Problematik anhand gründlich reflektierter Gespräche mit den Patienten, wobei deutlich wird, wie absolute (aber widerstreitende) Über-Ich-Forderungen, absolute (aber im Widerspruch stehende) Affekte und Wünsche, globale Identifizierung, Verleugnung und massive Introjektion dDer Autor beschreibt diese Problematik anhand gründlich reflektierter Gespräche mit den Patienten, wobei deutlich wird, wie absolute (aber widerstreitende) Über-Ich-Forderungen, absolute (aber im Widerspruch stehende) Affekte und Wünsche, globale Identifizierung, Verleugnung und massive Introjektion der Traumata zusammenwirken und zu den Phänomenen der Identitätsspaltung führen. Die "Spaltung" erscheint als das Ergebnis, nicht als Ursprung der Abwehr; der Begriff hat somit eine beschreibende, keine erklärende Funktion. Die meisten schweren Neurosen bedürfen einer Kombination verschiedener therapeutischer Zugänge.

