Holger Reiners: Was aus der Depression hilft drucken
Holger Reiners
Was aus der Depression hilft
Das Leben akzeptieren - Verantwortung übernehmen - Schritte wagen
Detailinformationen
Anmerkungen
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Beschreibung
Wege aus der Depression. Holger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Heute weiß er, was Betroffene wirklich brauchen: im Akutfall einen Arzt oder Therapeuten, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet, mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht und dem Patienten nicht wertvolle Jahre seiner Lebenszeit stiehlt. Daneben ist Eigeninitiative gefragt. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.Klappentext
Wege aus der DepressionHolger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Heute weiß er, was Betroffene wirklich brauchen: im Akutfall einen Arzt oder Therapeuten, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet, mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht und dem Patienten nicht wertvolle Jahre seiner Lebenszeit stiehlt. Daneben ist Eigeninitiative gefragt. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.
Selbsthilfe für Depressive
So finden Betroffene zurück in ein erfülltes Leben
Die heilende Kraft der Selbstverantwortung
Auszüge aus dem Buch
Es sind drei Zitate, die mich bei der Bearbeitung dieses Buches begleitet haben. Ich bin zufällig auf sie gestoßen, ihre Urheber haben nichts miteinander zu tun und die eine Quelle ist noch nicht einmal gesichert. Aber das ist nicht wirklich wichtig.Der viel begabte Philosoph Montaigne hat festgestellt: "Wir sind, jeder von uns, reicher, als wir glauben." In der Depression dagegen habe ich mich immer als besonders arm empfunden, arm an Begabung und arm an Möglichkeiten. Dass ich mich einmal reich fühlen würde, habe ich mir nie vorstellen können. Heute, nach überwundener Krankheit, empfinde ich mich endlich doch noch vom Leben reich beschenkt. Ich habe meine Begabungen ebenso wie meine Möglichkeiten entdeckt und dieser Lebenszustand macht mich glücklich - für mich ein Synonym für Reichtum. Ja, ich bin heute reicher, als ich es mir je habe erträumen können.
Leonardo da Vinci hat einen anderen Aspekt des Lebens, der für das Verständnis der Depression wichtig ist, so beschrieben: "So wie das Eisen außer Gebrauch rostet und das still stehende Wasser verdirbt oder bei Kälte gefriert, so verkommt der Geist ohne Übung." In der Depression nehmen die kognitiven Fähigkeiten deutlich ab, der Geist verkommt. Der Kranke spürt es und verzweifelt daran. Gleichzeitig - so glaubt er - kann er sich gegen den Verfall seiner Kräfte nicht wehren. Nur wer die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung in der Depression - Rost - akzeptiert, vermag sich gegen die Reduzierung von seinen tatsächlich vorhandenen Kräften schützen. Er muss das Eisen der verbliebenen Möglichkeiten nutzen, um dem Rosten auch des Selbstwertgefühls entgegenzutreten.
Goethe soll die Lebensmaxime formuliert haben: "Ich weiß nicht, wer ich bin, und ich will es auch gar nicht wissen." In der Depression erliegt der Kranke dem Gedankenstrudel der Selbstbefragung - bis zur Erschöpfung und immer ohne Ergebnis. Wer bin ich und warum bin ich krank, wird zur Fessel der eigenen Lebensmöglichkeiten.
Wer die drei Zitate einmal in aller Ruhe auf sich wirken lässt, kann aus ihnen den Anspruch an seine eigene Behandlung in der Depression ableiten: Auch ich verfüge über gewisse Mittel und vertraue denen, die die Erfahrung des selbst erreichten Lebensglücks nach der Depression gefunden haben. Und nichts soll mich von dem Wunsch zu leben abbringen. Ich will die Krankheit nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen, mein Lebenswasser soll nicht verderben. Schließlich mahnt Goethe zu Recht, dem Wissen um sich selbst nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Wie lange habe ich selbst in der Depression nicht gewusst, wer ich bin. Ich weiß es bis heute nicht. Ich weiß nur, wer ich bisher war, was meinen Lebenselan wieder entfacht hat, aber ich weiß nicht, ob und wer ich morgen sein werde. Wir können uns wünschen, so oder so zu sein. Aber sind wir dann noch wir selbst? In der Depression geht es um das Überleben. Es geht darum, die Krankheit zu überwinden und niemals an unserer Selbstverantwortung zu verzweifeln - so kraft- und mutlos wir auch immer wieder einmal sein mögen.
Die Muskeln der Seele können wir nur selbst trainieren. Die Frage nach dem Warum bringt uns in der Depression nicht weiter - bei der Krebserkrankung ist es nicht anders. Wir sind gezwungen, das Leben zu akzeptieren, unsere Verantwortung anzunehmen, und wir sollten das Leben nicht nur geschehen lassen, sondern es wagen, alle Facetten dieses uns geschenkten Daseins zu erfahren. Wer dagegen das Leben flieht, bringt sich um alles.
Mich-Verantwortung in der Depression - oder: Der Weg zur Seelenapotheke
"Binde deinen Karren an einen Stern."
Dieser Satz kann als Lebensmotto von Leonardo da Vinci gelten - so ist es jedenfalls überliefert. Leonardo, der große Künstler der Renaissance, das Universalgenie, das seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift verfasste, die ersten Flugapparate konstruierte, die Anatomie des menschlichen Körpers erforschte und die geheimnisvollsten und kostbarsten Bilder der eur

