Bill Buford: Hitze drucken

Bill Buford

Hitze

Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling
  • Buch i
  • Erscheinungstermin: 9.3.2010
  • Verfügbarkeit: versandfertig innerhalb 24 Stunden i

Detailinformationen

  • Goldmann TB, 03/2010
  • Originaltitel: Heat
  • Einband: Kartoniert / Broschiert
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783442156047
  • Bestellnummer: 2202810
  • Autor: Bill Buford
  • Übersetzung: Dinka Mrkowatschki
  • Umfang: 416 Seiten
  • Gewicht: 345 g
  • Maße: 183 x 125 mm
  • Stärke: 28 mm

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Kurzbeschreibung

Bill Buford, Ex-Verleger und Ex-Literaturchef, kündigt seinen Job bei der renommierten Zeitschrift New Yorker, um ein Jahr lang in der Küche des Sterne-Restaurants Babbo Töpfe und Pfannen zu schrubben und zu lernen. Am Ende kocht er tatsächlich wie ein Profi und hat vor allem eins begriffen: Gutes Essen fängt bei den Zutaten und ihrer Erzeugung an. Und so reist er nach Italien, um im Chianti die Pastaherstellung zu lernen und bei einem Metzger alles zu erfahren, was man über Fleisch wissen muss. Zurück in New York, kauft er ein ganzes Schwein und verarbeitet es komplett: zu 450 Mahlzeiten.

"Ein Meilenstein der Reportageliteratur", lobt die Süddeutsche Zeitung "Hitze". Um die Intensität seiner Erlebnisse werden die Leser Buford beneiden.

Rezension

"Ein Meilenstein der Reportageliteratur." (Maren Preiß, Süddeutsche Zeitung, 21./22.04.07)

"Eigentlich wollte Bill Buford nur kochen lernen. Es wurde eine Obsession daraus. Nein, ein Kampf: für eine neue Art des Essens. Wenn er etwas macht, dann richtig." (Denis Scheck, Zeit Leben, 17.01.08)

"Ein rasanter, deftiger, sehr unterhaltsamer Bericht." (Johannes Saltzwedel, KulturSPIEGEL, 25.02.08)

"Buford stieg aus seinem Angestelltendasein aus, tourte ein Jahr durch die Küchen Italiens und schrieb darüber ein so gescheites wie witziges Buch. ... Saukomisch." (Hannes Hintermeier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.08)

"Ein gargantueskes Buch, ein Buch, das die Lust am Essen voraussetzt, weil es von der Lust am Kochen handelt. Mit geradezu lüsterner Drastik beschreibt es die Qualen, die die Küchengötter jener subtilsten Form der Eroberung vorausgeschickt haben: der Verführung." (Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.08)

"Eine grandiose Reportage." (Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 05.03.08)

"'Hitze' erzählt im Grunde von der Sehnsucht nach einem erdverbundenen, handfesten, den ursprünglichen Dingen zugewandten Leben. von einem, der sich den Traum erfüllt hat, es kennenzulernen. Und der mit Herzblut davon zu erzählen versteht." (Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 05.03.08)

"Dieses Buch regt den Appetit an. Seine Leser wird man vorm Kühlschrank und in der Speisekammer erwischen, mit schuldbewusstem Blick vielleicht, aber ganz bestimmt vergnügt." (Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.08)

Klappentext

Bill Buford, Literaturchef beim renommierten»New Yorker«, kündigt von heute auf morgen seinen Job, um ein Jahr lang im Sterne-Restaurant Babbo Töpfe und Pfannen zu schrubben und das Kochen von der Pike auf zu lernen. Bis er im Schlaf Gemüse würfeln kann und riecht, wann ein Braten gar ist. Am Ende kocht er tatsächlich wie ein Profi und hat vor allem eins begriffen: Gutes Essen fängt bei den Zutaten an. Und so reist er nach Italien, um die Pastaherstellung zu lernen und alles zu erfahren, was man über Fleisch wissen muss. Mit jedem Stück neuerworbenen Wissens wird er neugieriger - auf das nächste Abenteuer. Die Geschichte einer wunderbaren Passion.

Eine glänzend geschriebene Reportage über die unbezähmbare Leidenschaft fürs Kochen.

Auszüge aus dem Buch

Den ersten Blick auf das, was Mario Batalis Freunde mir als "Mythos Mario" beschrieben hatten, erhaschte ich an einem kalten Samstagabend im Januar 2002, als ich ihn zu einem Geburtstagsdinner einlud. Batali, Chefkoch und Mitbesitzer des Babbo, eines italienischen Restaurants in Manhattan, ist ein so berühmter und fähiger Koch, dass er nur selten bei Leuten zum Essen eingeladen wird, weshalb er sich die größte Mühe gab, ein dankbarer Gast zu sein. Er kam mit einer Flasche seines eigenen, mit Quitten aromatisierten Grappas unter dem Arm (der scharfe, nach der Weinlese destillierte Traubensaft, der durch den Fruchtzusatz fast trinkbar wird), einem Einmachglas hausgemachtem Nocino, der nach demselben Prinzip hergestellt wird, nur mit Walnüssen, einem Arm voller Weinflaschen und einem weißen, kompakten Stück Lardo - buchstäblich der rohe "fettige Rücken eines sehr fetten Schweines" -, den er selbst mit Salz und Kräutern gepökelt hatte. Ich war das, was großzügigerweise als begeisterter Koch bezeichnet wird, ausgestattet mit mehr Selbstvertrauen als Sachverstand, (d. h. begeistert, aber im Grunde genommen ahnungslos), und bis zum heutigen Tag bin ich erstaunt darüber, dass ich den Nerv hatte, jemanden mit Batalis Ruf einzuladen, zusammen mit sechs Gästen, die dachten, sie erwarte ein amüsanter Abend, bei dem sie Zeuge meiner Erniedrigung würden. (Mario war der Freund eines Geburtstagsgastes, also sagte ich mir, warum nicht auch ihn einladen -, aber als er dann, Wunder aller Wunder, zusagte und ich das meiner Frau Jessica erzählte, traf sie vor Schreck fast der Schlag: "Was in aller Welt hast du dir dabei gedacht, einen so berühmten Küchenchef in unsere Wohnung zum Essen einzuladen? Und was machen wir jetzt?")
Wie sich bald herausstellte, gab es nur wenig Anlass zur Komödie, hauptsächlich weil Mario mir keine Gelegenheit dazu bot. Kurz nachdem er mich belehrt hatte, dass nur ein absoluter Volltrottel das Fleisch nach der Zubereitung in Folie gewickelt ruhen lasse, kapitulierte ich gut gelaunt und ließ mir von Batali sagen, was ich tun sollte. Inzwischen hatte er sowieso die Regie übernommen. Kaum war er angekommen, hatte er den Lardo in hauchfeine Scheiben geschnitten und mit einer überraschenden Geste der Intimität diese einzeln jedem auf die Zunge gelegt und uns zugeflüstert, dass wir uns das Fett im Munde zergehen lassen sollten, um seinen intensiven Geschmack würdigen zu können. Der Lardo war von einem Schwein, das die letzten Monate seines siebenhundertfünfigpfündigen Lebens von Äpfeln, Walnüssen und Sahne ("Das beste Lied in der Tonart des Schweins") gelebt hatte. Mario überzeugte uns davon, dass wir, während uns das Fett auf der Zunge zerging, die Aromen der glücklichen Ernährung des Tiers dort, ganz hinten im Gaumen, erkennen würden. Keiner an diesem Abend hatte wissentlich je zuvor reines Fett gegessen ("Im Restaurant sag ich den Kellnern, sie sollen es Prosciutto bianco nennen"), und bis Mario uns dann von einer dritten Portion überzeugt hatte, raste bei jedem von uns der Puls. Batali war ein beeindruckend hingebungsvoller Trinker - er erwähnte mal beiläufig, wie er auf Reisen durch Italien mit dem Mitbesitzer des Babbo, Joe Bastianich, im Lauf einer Abendmahlzeit eine Kiste Wein vernichtet hatte -, und obwohl keiner von uns soviel vertrug, waren wir inzwischen sehr durstig (der Lardo, das Salz, die menschliche Wärme, die durch soviel Heiterkeit erzeugt wurde) und tranken, uns gegenseitig anstachelnd, immer mehr. Ich weiß nicht. Ich kann mich nicht recht erinnern. Da waren auch noch der Grappa und der Nocino und eines meiner letzten Bilder von Batali um drei Uhr früh - ein stämmiger Mann mit gefährlich gekrümmtem Rücken, der mit geschlossenen Augen, wippendem rotem Pferdeschwanz und einer nicht angezündeten Zigarette im Mundwinkel mit seinen roten Converse-Basketballstiefeln rhythmisch auf den Boden klopfte und zu Neil Youngs Southern Man Luftgitarre spielte. Batali war zw

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