Arthur W. Upfield: Bony und der Bumerang, Flexibler Einband
Bony und der Bumerang
- Originaltitel: The Barrakee Mystery
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- Übersetzung:
- Heinz Otto
- Verlag:
- Goldmann, 06/2005
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783442022151
- Umfang:
- 221 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2005
- Gewicht:
- 178 g
- Maße:
- 185 x 115 mm
- Stärke:
- 16 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.6.2005
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Klappentext
Ein geheimnisvoller Mordfall bringt Kriminalinspektor Napoleon Bonaparte nach Barrakee: King Henry, der vor vielen Jahren plötzlich spurlos aus der Stadt verschwunden war, ist wieder aufgetaucht und kurz nach seiner Rückkehr ermordet worden. Täter und Todesursache liegen im Dunkeln - ein Fall für Bony ...Auszüge aus dem Buch
William Clair saß im goldenen Licht der untergehenden Sonne und betrachtete nachdenklich die lehmigen, träge dahinziehenden Fluten des Darling. Der wettergebräunte Mann war hager, hatte blaue Augen und einen pechschwarzen, struppig herabhängenden Schnauzbart.
Es war Anfang März, und der Fluss führte nur wenig Wasser. Auf den angeschwemmten Baumstämmen hatten sich die Vögel zu ihrem Abendtrunk niedergelassen. Das Kreischen und Schwatzen der Galahs und Kakadus vermengte sich mit dem kollernden Gelächter der Kookaburras und dem traurigen Gekrächze der Krähen. Kein Windhauch bewegte die schimmernden Blätter der riesigen Eukalyptusbäume, die das Ufer säumten.
Das Herrenhaus von Barrakee stand inmitten grüner Rasenflächen, die von Orangenbäumen eingerahmt wurden. Weiter unten an einer Flussbiegung lagen die Arbeiterunterkünfte, der Küchengarten und die Pumpen, die das Wasser aus dem tiefen Wasserloch in die beiden großen Vorratstanks auf den zehn Meter hohen Gerüsten pumpten. Noch weiter flussabwärts waren der riesige Schurschuppen mit dem Blechdach und die Baracke für die Scherer, die zur Zeit leer stand. Im Schurschuppen lagen Clairs Wanderbündel und der Proviantsack.
Eine halbe Meile stromaufwärts machte der Fluss eine scharfe Linksbiegung. Dort stieg eine Rauchsäule auf, für die sich der hagere Mann sehr zu interessieren schien. Sie verriet die Stelle, an der am gegenüberliegenden Ufer einige Eingeborene lagerten.
Die Schatten der Eukalyptusbäume wurden dunkler; der scheidende Tag überzog den Fluss wie mit einem roten Tuch, das sich wenige Minuten später in flüssiges Silber verwandelte. Ein Kookaburra brach mitten im Gelächter ab und schlief ein.
Reglos wartete Clair, bis es völlig dunkel war. Dann glitt er leise das Steilufer hinab zu der Stelle, an der drei Boote festgemacht waren. Er löste eins und legte sacht die Kette im Bug zusammen. Dann schob er die Riemen in die Dollen und stieß ab. Alles geschah so geräuschlos, dass der Fuchs, der am gegenüberliegenden Ufer seinen Durst stillte, nicht einmal den Kopf hob. Lautlos tauchten die Riemen ins Wasser. Wie ein Schatten glitt das Boot unter den überhängenden Zweigen der Eukalyptusbäume dahin.
Bei der Flussbiegung lagerten einige nur mangelhaft bekleidete Gestalten und bemühten sich um ein kleines Feuer nicht, weil die Flammen Wärme spendeten, sondern weil sie die bösen Geister vertrieben. Clair ruderte noch zweihundert Meter weiter, dann überquerte er den Fluss und legte am anderen Ufer an. Mit der Routine des geborenen Buschmannes vermied er es trotz der Dunkelheit, auf trockene Zweige zu treten oder in Wassergräben zu stolpern. Sechs Meter vom Lagerfeuer entfernt, blieb er stehen.
"Ahoi! Pontius Pilatus!", rief er.
Die Schwarzen sprangen erschrocken auf.
"Ich möchte mit dir sprechen, Pontius Pilatus", fuhr Clair fort.
Ein grauhaariger, dicker Eingeborener starrte misstrauisch in Clairs Richtung. Er erteilte einen leisen Befehl, und drei Frauen verschwanden in einer aus Zweigen errichteten Hütte. Dann wandte sich der Schwarze wieder Clair zu.
"Du mit mir sprechen wollen", sagte er betont gleichgültig. "Du kommen zum Feuer."
Als Clair ans Lagerfeuer trat, musterten ihn der grauhaarige Eingeborene und ein junger Mann von neunzehn Jahren feindselig. Nach einem kurzen, abschätzenden Blick hockte sich Clair ans Feuer und schnitt einige Scheiben von einer Rolle Tabak. Die Eingeborenen beobachteten ihn gespannt; als der Fremde schwieg, rückten sie näher.
"Ihr möchtet etwas Tabak?", brummte Clair.
Der grauhaarige Eingeborene fing die zugeworfene Tabakscheibe auf, biss ein Stück ab und reichte den Rest dem jungen Australneger, der lediglich eine Hose aus Moleskin trug, während der Alte nur ein blaues Hemd anhatte.
"Ihr müsst euch wohl die Kleidung teilen?", Clair grinste. "Na, ihr werdet euch deshalb keinen Sonnenbrand holen! Stammt ihr aus dieser Gegend?"
"Wir kamen letzte Woche von Wilcannia", antwortete der Alte
Biografie (Arthur W. Upfield)
Arthur W. Upfield, geb. 1890 im südenglischen Gosport, wanderte im Alter von 20 Jahren nach Australien aus. Dort streifte er als Gelegenheitsarbeiter durch die Weiten des Outback. Seine dabei als Pelztierjäger, Schafzüchter, Goldsucher und Opalschürfer gewonnenen Erfahrungen fanden Eingang in 28 Kriminalromane. Hauptfigur ist der sympathische Inspektor Bonaparte, der mit faszinierender Findigkeit verzwickte Situationen und menschliche Probleme zu entwirren versteht. Heute zählen Upfields Bony-Romane mit ihren grandiosen Landschaftsschilderungen und der kenntnisreichen Darstellung der Kultur der australischen Ureinwohner zweifellos zu den Klassikern des Kriminalromans. Arthur W. Upfield starb 1964.Anmerkungen:
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